Wolfsburg 

Terror-Preis: Hohes Defizit nach Niedersachsen-Tag

Am Tag der Niedersachsen hat Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (links mit Ministerpräsident Stephan Weil, SPD) noch gut lachen - jetzt steht fest: Die Stadt ist mit einem großen Defizit aus der Veranstaltung gegangen.
Am Tag der Niedersachsen hat Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (links mit Ministerpräsident Stephan Weil, SPD) noch gut lachen - jetzt steht fest: Die Stadt ist mit einem großen Defizit aus der Veranstaltung gegangen.
Foto: Fabien Tronnier

Wolfsburg. Der "Tag der Niedersachsen" im vergangenen Jahr in Wolfsburg kommt die Stadt viel teurer als ursprünglich geplant: Das Defizit betrage etwa 400.000 Euro, räumte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) am Dienstagabend vor dem Strategieausschuss des Rates ein.

Das ist zwar doppelt so viel als ursprünglich geplant, weshalb sich die Vertreter der wegen der Kosten von Anfang an skeptischen Fraktionen von FDP und AfD in ihrer ursprünglichen Kritik bestätigt sahen. Dennoch beharrte OB Mohrs darauf, dass der Tag der Niedersachsen ein Gewinn für Wolfsburg war: Es seien 300.000 Menschen in der Stadt gewesen. Einzelhändler, Gastronomen und Hoteliers hätten teilweise Rekordumsätze erzielt. Außerdem habe Wolfsburg als Gastgeber-Stadt einen Image-Gewinn für sich verbucht.

Mehr Geld für Sicherheit

Zugleich versuchte der Rathauschef, den Eindruck der Kostenexplosion als Folge einer Fehlplanung zu vermeiden. Denn wegen der Terroranschläge von Berlin und Nizza sowie als Konsequenz aus dem Terror-Fehlalarm am Nürburgring habe Wolfsburg rund 190.000 Euro zusätzlich in Sicherheitsvorkehrungen investieren müssen.

Aus Plus wird Minus

Marco Meiners (FDP) ließ das aber nicht gelten: Er erinnerte daran, dass Mohrs noch im vergangenen Jahr zuversichtlich war, den Tag der Niedersachsen sogar mit einem Plus abschließen zu können.

Dieses Argument war wichtig angesichts der Haushaltsmisere der Stadt: Wegen des Dieselskandals von VW und der milliardenschweren Strafzahlungen des Konzerns zählt er viel weniger Gewerbesteuern an die Stadt. Die Folge: Seitdem klafft im Stadt-Haushalt ein Millionenloch.

Eine Endabrechnung für den Niedersachsen-Tag liegt laut Mohrs aber noch immer nicht vor, so dass seine Zahlen nur vorläufig sind.