Wolfsburg 

Konten geplündert: Gericht schickt Bankberater in den Knast

Der angeklagte Ex-Bankberater mit seinem Verteidiger vor Gericht: Die Kammer gab dem 25-jährigen Angeklagten keine günstige Sozialprognose - und deshalb keine Bewährung.
Der angeklagte Ex-Bankberater mit seinem Verteidiger vor Gericht: Die Kammer gab dem 25-jährigen Angeklagten keine günstige Sozialprognose - und deshalb keine Bewährung.
Foto: Brigitte Vetter

Wolfsburg/Braunschweig. Für einen Ex-Kundenberater der Commerzbank in Wolfsburg dürften die Tage in Freiheit gezählt sein. Das Landgericht Braunschweig verurteilte den inzwischen 25-Jährigen am Dienstag zu 22 Monaten Haft, wie die Wolfsburger Nachrichten berichten. Er hatte gleich zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche zugegeben, von mehreren Kunden-Konten rund 184.000 Euro abgezweigt zu haben.

Im Gegensatz zum Antrag der Verteidigung setzte das Gericht die Strafe nicht zur Bewährung aus. Denn die Kammer sah keine günstige Sozialprognose für den Angeklagten.

Schenkung verschwiegen

Zwar hatte er sich am ersten Verhandlungstag für seine Taten entschuldigt und Wiedergutmachung versprochen - doch während der Fortsetzung kam heraus: Im vergangenen Monat hatte der 25-Jährige von seiner Großmutter 160.000 Euro geschenkt bekommen.

Nach Informationen der Wolfsburger Nachrichten setzte er das Geld aber nicht etwa zur versprochenen Wiedergutmachung ein: Stattdessen habe er sich zwei Luxus-Uhren zugelegt. Wo sich das übrige Geld befindet, wollte der Angeklagte nicht verraten.

Luxus-Probleme

Mit seinem Hang zum Luxus hat sich der Ex-Bankberater auch in seine jetzige Situation manövriert: Die von den Kunden-Konten gestohlenen 184.000 Euro hatte er zum großen Teil verwendet, um sich Autos der Marken Porsche, Audi und BMW zu kaufen.

Auf all diese Annehmlichkeiten dürfte der 25-Jährige bald für längere Zeit verzichten müssen. Zwar blieb das Gericht mit seinem Urteil deutlich unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft (33 Monate Haft) und erließ auch keinen von der Anklagebehörde geforderten sofortigen Haftbefehl. Damit bleibt er bis zur Rechtskraft des Urteils auf freiem Fuß.

Unterdessen bereitet die Staatsanwaltschaft eine zweite Anklage vor. Demnach soll der frühere Banker weitere Bankkunden um 95.000 Euro gebracht haben.