Wolfsburg 

Audi-Sexkapaden in Mexiko? Das sagt die VW-Tochter

Das mexikanische Portal "La Polilla Tlaxcala" veröffentlichte unter anderem auf Youtube die Aussagen einer Prostituierten aus dem Städtchen Huamantla.

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Ingolstadt/Wolfsburg. Sponsert VW-Tochter Audi Bordell-Besuche von Mitarbeitern in Mexiko? Es wäre nicht das erste Mal, dass "Sexkapaden" von Managern ein gleißendes Rotlicht auf den Verhaltenskodex renommierter Konzerne werfen: Die Ergo-Versicherung musste vor sechs Jahren einräumen, für besonders erfolgreiche Vertriebsmitarbeiter in Budapest eine Therme samt Prostituierten gemietet zu haben.

Und 2005 bereits sorgten die von VW finanzierten Sex-Reisen für den damaligen Betriebsratschef Klaus Volkert sowie angeblich ähnliche Vergünstigungen für Manager bis hinauf zur Vorstandsebene für Furore und Prozesse.

"Kennen den Vorwurf"

Und nun auch VW-Nobeltochter Audi? "Audi México kennt diesen Vorwurf", bestätigte eine Unternehmenssprecherin aus Ingolstadt gegenüber news38.de.

Das mexikanische Portal "La Polilla Tlaxcala" veröffentlichte unter anderem auf Youtube die Aussagen einer Prostituierten aus dem Städtchen Huamantla, wonach Gruppen von Audi-Mitarbeitern aus dem nur gut 25 Kilometer entfernten Werk San José Chiapa – Produktionsstandort des Audi Q5 – regelmäßig ins Bordell kommen.

Prostitution ist verboten

Das geschehe zwar nicht auf Audi-Kosten, aber: Die VW-Tochter mute es ihren Mitarbeitern nicht zu, abends noch erschlafft zurückzufahren – sondern übernehme die Übernachtungskosten.

Dabei ist Prostitution offiziell verboten in Mexiko. Allerdings sind – zumindest nach Informationen von "La Polilla Tlaxcala" nicht nur Audi-Beschäftigte Kunden in Huamantla: Das VW-Werk Puebla liegt mit knapp 60 Kilometern ebenfalls fast nur einen Steinwurf entfernt…

Dementi - lauwarm

Gegenüber news38.de dementierte Audi die Vorwürfe nicht ausdrücklich. Vielmehr liegen dem Unternehmen nach Angaben der Sprecherin "keine Informationen zu solchen Vorfällen vor". Die Audi AG distanziere sich "von jedem Rechtsverstoß, gleich welcher Form".

Außerdem verpflichte das Unternehmen seine Mitarbeiter "im Vorfeld von Auslandsaufenthalten" auf die "rechtlichen Grundlagen der jeweiligen internationalen Standorte". Und die besagen im Falle Mexikos: Prostitution ist illegal.

Regierung duldet es

Offiziell zumindest. Tatsächlich aber dulde die Regierung das Rotlichtgewerbe, beschreibt die Informantin von "La Polilla Tlaxcala". Und dies sei auch Audi und seinen Mitarbeitern bekannt…