Wolfsburg 

Prüfung vor der Kamera: Feuerwehr castet Nachwuchs

In voller Montur: Ein Prüfling steht vor dem schweren Gang auf die Feuerwehrleiter. Der NDR begleitet ihn.
In voller Montur: Ein Prüfling steht vor dem schweren Gang auf die Feuerwehrleiter. Der NDR begleitet ihn.
Foto: Tobias Schneider

Wolfsburg. Prüfungsstress kann einen wahnsinnig machen. Wenn dann noch ein Fernsehteam des NDR bei der Prüfung dabei ist, dürfte der Druck noch höher sein. So geschehen beim Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Wolfsburg.

Nachwuchsmangel bei fast allen Feuerwehren

"Es herrscht Nachwuchsmangel bei fast allen Feuerwehren im Land. Das hat, unter anderem, auch mit dem herrschenden Fachkräftemangel zu tun", sagt der Leiter der Berufsfeuerwehr Wolfsburg, Manuel Stanke.

"Wir haben für das Einstellungsdatum 1. Januar 220 Bewerber gehabt, wobei wir 110 Leute eingeladen haben", sagt Stanke. Von den Eingeladenen sind dann aber einfach manche nicht gekommen.. "Zum heutigen Prüfungstag haben wir 28 Bewerber eingeladen - gerade mal 15 sind da", erzählt Stanke.

Abwechslungsreicher Beruf

Nikolas Allershausen ist einer von ihnen. Der 22-jährige Maler und Lackierer findet gerade die Abwechslung bei der Feuerwehr spannend. "Mich begeistert die gute Mischung aus dem technischen Teil des Berufs und den Umgang mit Menschen. Ich möchte den Menschen helfen", sagt Allershausen.

Erst Basis-Test - dann Fitness

Abwechslungsreich sind auch die Prüfungen, welche Allershausen absolvieren muss. Nach einem schriftlichen Basis-Test erfolgt ein umfangreicher Fitness-Test. Mit dabei ist eine Kletterpartie auf die 30 Meter ausgefahrene Feurwehrleiter. 70 Sekunden haben die Bewerber Zeit da hoch zu kommen. Nikolas Allershausen packt es locker.

Nach einem mündlichen Auswahlverfahren folgt abschließend die ärztliche Untersuchung. "Zum 1. Januar wollen wir 18 neue Kameraden begrüßen", sagt Manuel Stanke.

Kein Beruf sondern eine Berufung

"Bei der Feuerwehr zu sein, ist eher eine Berufung als nur ein Beruf", lächelt Stanke. Es finden auch immer mehr Frauen den Weg in die Wache. Dennoch wird von der Laufbahnverordnung nach wie vor ein handwerklicher Beruf als Einstellungskriterium vorgesehen. "Es ist aber nicht mehr so streng wie früher", zwinkert Manuel Stanke.