Wolfsburg 

"Nicht im Büßergewand" - Winterkorn will sich äußern

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn erlebt derzeit die womögliche schlimmste Zeit seines Lebens (Archivbild).
Ex-VW-Chef Martin Winterkorn erlebt derzeit die womögliche schlimmste Zeit seines Lebens (Archivbild).
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Martin Winterkorn will Stellung nehmen.
  • Wahrscheinlich geht er in die Offensive.
  • VW-Chef Diess muss sich keine Sorgen machen.

Wolfsburg/Berlin. Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn will sich laut Insidern bei passender Gelegenheit umfassend zu den schweren Vorwürfen im Abgas-Skandal äußern. Er werde dann seine Sicht der Dinge darstellen, sagte eine informierte Person am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Rückhalt von der Familie

Dies hänge aber vom Fortgang der Ermittlungen in Deutschland ab. Winterkorn sei "nicht im Büßergewand", sagte der Insider, der mit dem 70-Jährigen in Kontakt steht. Der ehemalige VW-Vorstandschef verfolge die aktuellen Schlagzeilen aufmerksam. Seine Familie gebe ihm viel Rückhalt.

USA erwirken Haftbefehl gegen "Wiko"

Die amerikanische Justiz will Winterkorn wegen Betrugs in der Abgas-Afäre zur Rechenschaft ziehen, in den USA gibt es bereits einen Haftbefehl gegen ihn. Ihm wird außerdem Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und zur Täuschung der Behörden vorgeworfen. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig unter anderem wegen Betrugsverdachts weiter gegen Winterkorn.

Winterkorn droht der Ruin

Der damalige VW-Chef war im September 2015 von seinem Amt zurückgetreten, kurz nachdem US-Behörden Manipulationen bei Dieselautos aufgedeckt hatten.

Martin Winterkorn entschuldigt sich
Berliner Morgenpost

Winterkorn hatte betont, sich keines Fehlverhaltens bewusst zu sein. Seitdem sind aber auch mögliche Schadenersatzansprüche gegen hochrangige Manager ein Thema für den Volkswagen-Aufsichtsrat. Winterkorn droht also der Ruin - sein Vermögen wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.

Diess darf sorgenfrei reisen

Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei Insider, dass das US-Justizministerium dem neuen VW-Chef Herbert Diess freies Geleit zugesichert hat.

Diess dürfe weltweit frei reisen, ohne befürchten zu müssen, im Zusammenhang mit den US-Ermittlungen zu den Diesel-Manipulationen verhaftet zu werden. Laut Agentur ist das ein ungewöhnlicher Vorgang.