Wolfsburg 

Bericht: VW-Chef Diess belastet Winterkorn beim FBI

VW-Chef Herbert Diess soll zu einem Blitzbesuch in den USA gewesen sein (Archivbild).
VW-Chef Herbert Diess soll zu einem Blitzbesuch in den USA gewesen sein (Archivbild).
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Wolfsburg/Washington. VW-Chef Herbert Diess soll bei den US-Ermittlern gegen seinen Vorgänger Martin Winterkorn ausgesagt haben. Die "Bild" schreibt, dass Diess rund um den 1. Mai zu einem Blitzbesuch in den USA war.

Freifahrtschein für neuen VW-Boss

Dort habe er gegenüber den Ermittlern des FBI und des Justizministeriums eine Aussage gemacht, die offenbar als belastend eingestuft wurde. Diess selbst habe daraufhin freies Geleit zugesichert bekommen.

Anders als Winterkorn, gegen den die US-Justiz einen Haftbefehl erwirkt hat, darf er sorgenfrei umherreisen. Gleichzeitig würden ihn die US-Ermittler vorab über eine mögliche Klage oder einen Haftbefehl informieren.

Ermittlungen auch gegen Diess

Das ist durchaus besonders: Denn laut US-Anklage gegen Winterkorn wurden die VW-Bosse am 27. Juli 2015 über den Abgas-Betrug informiert – auch der damalige Markenchef Diess war dabei, weshalb die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Verdachts der Marktmanipulation auch gegen ihn ermittelt.

Haftbefehl wurde öffentlich

Laut "Bild" hat Diess den US-Ermittlern gesagt, wie der besagte Tag Ende Juli genau abgelaufen ist. Kurz nach seiner angeblichen Aussage wurde der Haftbefehl gegen Winterkorn öffentlich – inwiefern das zusammenhängt, bleibt offen. VW wollte den Bericht nicht kommentieren.

Winterkorn will sich äußern

Ex-VW-Boss Winterkorn will sich zu den schweren Vorwürfen gegen ihn äußern – zum richtigen Zeitpunkt, wie es am Montag hieß. Bis zuletzt hatte er immer betont, sich keines Fehlverhaltens bewusst zu sein. Laut einem Medienbericht erwägt Volkswagen, den 70-Jährigen per Schadenersatzklage zur Rechenschaft zu ziehen. Dann wäre Winterkorn wohl pleite.