Wolfsburg 

Weil hat sich große Sorgen um VW gemacht

VW-Aufsichtsrat Stephan Weil glaubt nicht, dass die Diesel-Krise schnell vorbei ist (Archivbild).
VW-Aufsichtsrat Stephan Weil glaubt nicht, dass die Diesel-Krise schnell vorbei ist (Archivbild).
Foto: Peter Steffen/dpa

Wolfsburg/Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (SPD) rechnet damit, dass Volkswagen noch lange mit dem Abgas-Skandal zu tun haben wird. "Ich wäre natürlich erleichtert, wenn die Dieselgate-Krise endlich ein Ende hätte. Ich fürchte aber, das wird noch einige Jahre dauern", sagte Weil der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Wochenendausgabe).

"Einfach gute Autos"

Die Zukunft von Volkswagen sieht er mittlerweile aber nicht mehr gefährdet. Von Herbst 2015 bis Winter 2016 habe er sich große Sorgen um den Konzern gemacht, sagte Weil. Inzwischen sei er beruhigt, da sich VW als erstaunlich stabil erwiesen habe. Die Gründe seien "einfach gute Autos und viele Millionen Kunden." Man müsse den Menschen, die VW die Treue halten, dankbar sein.

Stadler hinter Gittern

Die Beurlaubung von Audi-Chef Rupert Stadler nannte Weil in der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) ein Gebot der Fairness.

"Wir haben es mit einem Sachverhalt zu tun, bei dem viele Fragen noch offen sind", so Weil. Es sei wichtig, die Aufklärung abzuwarten. Für Stadler gelte die Unschuldsvermutung.

Vorwurf: Betrug

Der beurlaubte Manager der VW-Tochter sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihm Betrug vor, weil er nach Aufdeckung der Abgas-Betrügereien bei Dieselautos 2015 in den USA weiter manipulierte Autos in Europa habe verkaufen lassen.