Wolfsburg 

Strengere Umweltregeln für Autobauer? Weil sagt "Nein!"

Der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil warnt vor noch strengeren Umweltauflagen für die deutsche Automobilindustrie. Sonst seien Tausende Arbeitsplätze in Gefahr (Archivfoto).
Der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil warnt vor noch strengeren Umweltauflagen für die deutsche Automobilindustrie. Sonst seien Tausende Arbeitsplätze in Gefahr (Archivfoto).
Foto: Peter Steffen/dpa
  • Ministerpräsident widerspricht Bundes-Umweltministerin.
  • Weil warnt vor Verlust Tausender Arbeitsplätze.
  • Berichte über Industrie-Betrügereien auch bei Benzinmotoren.

Hannover/Wolfsburg. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat vor zu hohen Umweltauflagen für die Autoindustrie gewarnt. "Man darf den Bogen nicht überspannen", sagte der Regierungschef, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Mit Blick auf Forderungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nach härteren CO2-Vorgaben wies Weil darauf hin, dass die EU hier bereits jetzt weltweit die strengsten Vorgaben für die Autoindustrie habe. "Ich kann nur dringend davor warnen, das weiter zu verschärfen", sagte er.

Arbeitsplätze in Gefahr?

Die Politik müsse ein Gefühl dafür haben, dass das, was sie vorgibt, auch realisierbar sei. Die Transformation der Automobilindustrie laufe. "Wir dürfen aber nicht übers Ziel hinausschießen und unsere wichtigste Industrie mit vielen tausend Arbeitsplätzen gefährden", sagte Weil der Zeitung.

Quote für emissionsarme Autos?

Offen zeigte sich der Ministerpräsident für Vorschläge, die Wende zur Elektromobilität auch über Mindestquoten für emissionsarme Fahrzeuge zu erreichen. "Wenn es rechtlich möglich ist und wenn die Erwartungen nicht überzogen werden, dann ist das ein interessanter Ansatz, der eine Prüfung wert ist", sagte er.

Betrug offenbar auch bei Benzinmotoren

Weils Warnung vor zu hohen Umweltauflagen für die Autoindustrie kommt praktisch zeitgleich mit Berichten, wonach laut EU-Kommission die Autohersteller VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler nicht nur bei Dieselmotoren betrogen, sondern auch Abgasreinigungsanlagen von Benzinern manipuliert haben.