Wolfsburg 

Brisante Aussagen belasten Diess und Winterkorn

Alle Augen und Objektive sind während der Hauptversammlung auf VW-Vorstandschef Herbert Diess gerichtet.
Alle Augen und Objektive sind während der Hauptversammlung auf VW-Vorstandschef Herbert Diess gerichtet.
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Wolfsburg/Braunschweig. Im Abgas-Skandal geraten Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und der jetzige Konzernboss Herbert Diess immer mehr ins Visier der Justiz. Nach "Spiegel"-Informationen haben vier beschuldigte Techniker und ehemalige Manager gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig brisante Aussagen gemacht und die beiden belastet.

Wie verhalten?

Demnach habe die Chefetage früh und detailliert über die US-Betrugssoftware gewusst. Im Kreis von etwa einem Dutzend Topmanagern sei es Ende Juli 2015 auch genau darum gegangen – auch um drohende Strafen und wie man sich in den USA verhalten solle.

Kopien eingesammelt

Entsprechende Kopien, die ausgeteilt worden seien, seien vorsichtshalber wieder eingesammelt worden. Danach seien sowohl die US-Behörden als auch die VW-Aktionäre wochenlang hingehalten worden.

VW dementiert

Volkswagen dagegen behauptet, Diess und Winterkorn sei damals nicht der Eindruck vermittelt worden, dass es ein nicht lösbares Problem in den USA gebe – vor allem nicht, dass es hierbei um Betrug gehen könnte.

Kündigung droht

Der Konzern hatte immer wieder betont, dass die Affäre unterhalb der Vorstandsebene abgelaufen sei. Medienberichten zufolge droht einigen Beschuldigten der Rauswurf - darunter auch denjenigen, die Diess und Winterkorn belastet haben sollen.