Wolfsburg 

Eine Million Diesel bekommen neue Abgas-Software

Kritikern gehen die Angebote der Autobauer zur Lösung der Abgaskrise nicht weit genug. Immerhin versprachen die deutschen Hersteller Software-Updates. Nun gibt es dazu überraschende neue Zahlen (Symbolbild).
Kritikern gehen die Angebote der Autobauer zur Lösung der Abgaskrise nicht weit genug. Immerhin versprachen die deutschen Hersteller Software-Updates. Nun gibt es dazu überraschende neue Zahlen (Symbolbild).
Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin. Im Kampf gegen zu schmutzige Luft in deutschen Städten sollen eine Million ältere Diesel mehr neue Abgas-Software bekommen als bisher geplant. Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gingen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums von Freitag insgesamt Anträge für 6,3 Millionen Pkw ein. Zuerst berichtete die "Bild"-Zeitung (Samstag) darüber.

Die deutschen Hersteller hatten bisher Updates für 5,3 Millionen Wagen zugesagt, darunter 2,5 Millionen Fahrzeuge von Volkswagen, aus denen illegale Software entfernt werden muss.

Die weitere Million ergebe sich aus zusätzlichen Pflicht-Rückrufen wegen illegaler Abgastechnik in den vergangenen Monaten und mehr freiwillige Updates deutscher Hersteller. Außerdem hätten nun auch die ausländischen Hersteller Alfa Romeo, Fiat, Jeep, Mazda, Renault, Dacia, Subaru, Suzuki, Ford und Opel freiwillige Updates angemeldet.

Was sagt VW?

Zuvor hatten bereits auch die deutschen Autobauer mitgeteilt, die beim Dieselgipfel von Politik und Branche im August 2017 zugesagten Konzepte für Updates fristgerecht fertiggestellt zu haben:

Aus dem Volkswagen-Konzern hieß es, die Planungen seien in diesem Punkt inzwischen für alle fraglichen Modelle abgeschlossen worden: "Die Anträge zur Prüfung und Freigabe der Software-Updates werden dem Kraftfahrt-Bundesamt fristgerecht bis zum 01.09.2018 eingereicht." Das Unternehmen ist von der Dieselkrise besonders betroffen - auch in Fahrzeugen der Töchter Audi, Skoda und Seat waren unter anderem beanstandete Reinigungssysteme im Einsatz. Im September 2015 hatten Ermittlungen von US-Behörden die Abgas-Affäre ausgelöst.