Wolfsburg 

Akrobaten im Rechnen: So sportlich ist die Kopfrechnen-WM

Wenzel Grüß aus Oldenburg ist dafür bekannt schwere Gleichungen zu lösen, während er den Ball mit dem Kopf in der Luft hält.
Wenzel Grüß aus Oldenburg ist dafür bekannt schwere Gleichungen zu lösen, während er den Ball mit dem Kopf in der Luft hält.
Foto: Brigitte Vetter

Wolfsburg. In nur einer einzigen Minute fast 100 knifflige Mathe-Aufgabe zu lösen, scheint fast unmöglich - dennoch versuchen es 40 Kandidaten an diesem Wochenende bei der Kopfrechnen-WM in Wolfsburg. Im Phaeno jonglieren die Superhirne mit den Zahlen.

Ihr Ziel: am Sonntag als Weltmeister aus Wolfsburg abzureisen. Doch nur für eine(n) wird der Traum in Erfüllung gehen.

Für die Qualifikation zur WM mussten die Teilnehmer bereits an einer Meisterschaft teilgenommen oder ihr Können in einem Test unter Beweis gestellt zu haben. Wenzel Grüß aus Oldenburg beispielsweise hat erst vor kurzem den fünften Platz bei der "junior mental calculation world championship" in Bielefeld gemacht - seit acht Jahren nimmt er an solchen Wettbewerben teil.

Außerdem ist der 16-Jährige dafür bekannt, schwere Gleichungen zu lösen, während er den Ball mit dem Kopf in der Luft hält.

22 Sekunden zur Lösung

Auch Christopher T. Beeg tritt für Deutschland an. Der Frankfurter kann eine mehrteilige Aufgabe mit 100 Ziffern in 22 Sekunden lösen: "Um auf das Ergebnis zu kommen, rechne ich nicht mit den Fingern oder arbeite die Zahlen linear ab, sonder rechne durcheinander und suche nach der günstigsten Gelegenheit", so Beeg. "An der Weltmeisterschaft nehme ich nur aus Spaß teil. So kann ich meine eigene Leistung testen."

Das sind die Bilder:

1.000-jährige Tradition in Wolfsburg

Die Kandidaten aus der ganzen Welt müssen bei der WM vier verschiedene Disziplinen durchlaufen, zum Beispiel das Vielseitigkeitsrechnen. In dieser Disziplin bekommen die Kandidaten dann Überraschungsaufgaben, für die sie schnell eine Lösungsstrategie finden müssen. Um diese Aufgaben zu meistern, trainieren indische Teilnehmer die Methode "Vedic Maths". Laut Trainer Rahul Mishra ist dies eine 1.000 Jahre alte indische Methode, die er mit seinen Schülern übt.

Das ist dann auch Traditionspflege: "Wir bringen den Schülern der Trenz Abacus-Schule ,Vedic Maths' bei, damit dieses Wissen nicht verloren geht", so Mishra. "Bei der Weltmeisterschaft hier in Wolfsburg geht es uns nicht zwangsläufig ums Gewinnen, sondern darum, dass wir neue Techniken kennenlernen und auch unsere Methode weiter verbreiten."