Wolfsburg 

Abgas-Anklage? Ex-VW-Chef Winterkorn gewinnt an Zeit

Martin Winterkorn vor seiner Vernehmung als Zeuge in der Sitzung des Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin (Archivbild).
Martin Winterkorn vor seiner Vernehmung als Zeuge in der Sitzung des Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin (Archivbild).
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Im Abgas-Skandal von Volkswagen dürfte sich die Entscheidung über eine mögliche Anklage im Fall des Vorwurfs der Marktmanipulation verzögern.

Braunschweig: Einlassungsfrist verlängert

Die Einlassungsfrist nach der Akteneinsicht sei auf Antrag der Anwälte von Mitte November auf Ende März 2019 verlängert worden, sagte der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Freitag.

"Das Umfang des Stoffes ist einfach so groß, dass wir den Verteidiger-Teams mehr Zeit einräumen", sagte Ziehe zu news38.de. Zumal die Staatsanwaltschaft ja auch noch selbst alles auswerten müsse – "und das könnte sich dann noch etwas hinziehen."

Die Anklagebehörde ermittelt gegen Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn sowie gegen den amtierenden Konzernchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch wegen möglicher Marktmanipulation.

Ermittlungen gegen mehr als 50 Beschuldigte

Insgesamt ermittelt die Behörde gegen 52 Beschuldigte. Neben den drei Fällen möglicher Marktmanipulation geht es um 42 Beschuldigte im Verfahren wegen Software-Manipulationen beim Stickstoffdioxid-Ausstoß von Diesel-Autos.

Bei sechs Verdächtigen geht es um falsche CO2- und Verbrauchsangaben und in einem Fall um einen Mitarbeiter, der zum Löschen von Daten aufgerufen haben soll. (dpa/ck)