Wolfsburg 

"Beweisstücke Winterkorn": Holt den Ex-VW-Chef die Audi-Vergangenheit ein?

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn - einem Bericht zufolge gibt es neue Ermittlungsansätze (Archivbild).
Ex-VW-Chef Martin Winterkorn - einem Bericht zufolge gibt es neue Ermittlungsansätze (Archivbild).
Foto: dpa

Wolfsburg/Braunschweig. Ex-VW-Chef Martin Winterkorn droht offenbar neuer Ärger. Im Diesel-Betrugsverfahren gehen die Ermittler der Frage nach, ob Winterkorn schon während seiner Zeit bei Audi etwas von der Betrugssoftware wusste – und ob er daraus hätte Schlüsse ziehen können.

Amtsgericht beschlagnahmt Asservat

Nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hat das Amtsgericht Braunschweig ein Asservat des Landeskriminalamts Bayern beschlagnahmt – der Ordner soll "Beweisstücke Winterkorn" heißen.

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Was wusste Winterkorn wann?

Demnach sei Winterkorn bei Audi in die technische Entwicklung von Dieselmotoren involviert gewesen und habe entsprechende Einblicke in die Motorsteuerungs-Software gehabt. Also hätte er womöglich auch bei Volkswagen erkennen müssen, dass im VW-Diesel-Motor EA 189 Betrugssoftware verbaut war.

Widerspruch von Winterkorn-Anwalt

Winterkorn widerspricht dem. Sein Anwalt teilte dem Rechercheteam mit, es gebe keinerlei "Vorkenntnisse" oder "Vorbefassungen" Winterkorns aus dessen Audi-Zeit, die ihn später bei VW Schlussfolgerungen hätten ziehen lassen können.

Kronzeuge: Software kam von Audi

Winterkorn war von 2002 bis 2007 sowohl Audi-Boss als auch seit 2003 auch für die technische Entwicklung verantwortlich. Ein Kronzeuge hatte der Staatsanwaltschaft Braunschweig gesagt, dass die Betrugssoftware von VW auf Basis einer Audi-Software entwickelt worden sei. (ck)