Wolfsburg 

Gesichtserkennung im Stadion: Pilotprojekt beim VfL Wolfsburg? - Fans wollen sich wehren

Wird es in Zukunft eine Videoüberwachung mit Gesichtserkennung beim VfL-Wolfsburg geben? (Archivbild)
Wird es in Zukunft eine Videoüberwachung mit Gesichtserkennung beim VfL-Wolfsburg geben? (Archivbild)
Foto: dpa

Das neue niedersächsische Polizeigesetz soll nach dem Willen von CDU-Politikern Versuche zur Videoüberwachung mit Gesichtserkennung ermöglichen. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag, Uwe Schünemann könne sich ein Pilotprojekt etwa im Stadion des VfL Wolfsburg vorstellen, sagte er der "Bild"-Zeitung am Freitag - zum großen Missfallen einiger Fußball-Fans.

Fans wollen sich gegen Überwachung im Stadion wehren

Das Fanbündnis ProFans erteilt nach eigenen Angaben der biometrische Geschichtserkennung in Stadien eine klare Absage. „Fußball-Fans sind mündige Bürger mit Grundrechten. Dieses gilt es zu respektieren und zu schützen. Fußball-Stadien in Niedersachsen und Deutschland sind keine Versuchsfelder für paranoide Überwachungsfantasien vermeintlicher Innenexperten“ stellt ProFans-Sprecher Jendrik Pufahl klar.

SPD offen für Pilotprojekt in Wolfsburg

Für das Projekt im VfL-Stadion brauche Niedersachsen eine gesetzliche Grundlage, sagte der CDU-Politiker Schünemann der "Bild"-Zeitung. Einen ähnlichen Modellversuch mit der Überwachungstechnik gab es vor kurzem in Berlin. Der SPD-Innenexperte Ulrich Watermann zeigte sich gesprächsbereit. "Ich kann mir solche Versuche grundsätzlich vorstellen – aber nur in sehr begrenztem Rahmen", heißt es in dem Bericht.

Auch Innenminister Boris Pistorius (SPD) sieht bei dem Polizeigesetz noch Nachbesserungsbedarf. Ursprünglich sollte das umstrittene Gesetz schon 2018 vom Parlament in Hannover verabschiedet werden. Die Landtagsjuristen hatten allerdings unter anderem verfassungsrechtliche Bedenken gegen die geplante Ausweitung der Präventivhaft für Terrorverdächtige geäußert.

Aufschrei nach Hackerangriff

Für die das Fanbündnis ist die Überlegung der Politiker zur Videoüberwachung mehr als fragwürdig, wo der Aufschrei nach dem bundesweiten Hackerangriff auf persönliche Daten von Bundes- und Landtagsabgeordneten so groß sei, heißt es in der Mitteilung. "Datenschutzbestimmungen gelten sowohl für Politiker, als auch für Fußballfans in gleichem Maße.", schreiben die Fans weiter und kündigen an, sich geschlossen wehren zu wollen.

(dpa, aj)