Wolfsburg 

Volkswagen fordert Schadensersatz von verurteiltem Manager

Ex-Manager Oliver Schmidt war von 2012 bis 2015 für VW in den USA für Umweltfragen zuständig.
Ex-Manager Oliver Schmidt war von 2012 bis 2015 für VW in den USA für Umweltfragen zuständig.
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • VW fordert Schadensersatz von verurteiltem Ex-Manager
  • Bei VW geht man davon aus, dass die Strafzahlungen ohne ihn niedriger ausgefallen wären
  • Weitere Klagen des Autoherstellers sollen folgen

Wolfsburg. Im Zuge des Abgas-Skandals fordert Volkswagen jetzt Schadensersatz vom verurteilten Ex-Manager Oliver Schmidt.

Die "Wolfsburger Nachrichten" berichten, dass das Unternehmen eine Feststellungsklage beim Arbeitsgericht in Braunschweig eingereicht hat.

Ohne Schmidts Zutun wären die Strafzahlungen nicht so hoch ausgefallen

VW ist der Rechtsauffassung, dass die Milliarden-Strafzahlungen in den USA ohne das Zutun des Ex-Managers nicht so hoch ausgefallen wären.

Ein Unternehmenssprecher wollte sich mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht am Donnerstagabend auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

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Sieben Jahre Gefängnis und hohe Geldstrafe für den ehemaligen Manager

Schmidt war Anfang Dezember 2017 wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoßes gegen Umweltgesetze zu sieben Jahren Gefängnis und einer Strafe 400.000 US-Dollar verurteilt worden.

Er hatte sich nach einem Deal mit der US-Staatsanwaltschaft im August schuldig bekannt.

VW will sich die Kosten zurückholen

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, will sich der Autobauer einen großen Teil der Kosten für die Verteidigung des früheren Managers zurückholen, die sich auf vier Millionen Euro belaufen sollen.

Das Blatt schreibt von mehreren solcher Klagen gegen frühere Mitarbeiter, die Personalvorstand Gunnar Kilian mit "schwerwiegenden Verfehlungen" begründet haben soll. (dpa)