Wolfsburg 

VW-Stammwerk Wolfsburg dicht - darum jubeln die VW-Mitarbeiter

Auch die Golf-Produktion in Wolfsburg ruht am 1. Februar (Archivbild).
Auch die Golf-Produktion in Wolfsburg ruht am 1. Februar (Archivbild).
Foto: Rainer Jensen/dpa

Wolfsburg. Erst der verlängerte Weihnachtsurlaub – und jetzt einen arbeitsfreien Start in den Februar. VW stoppt am Freitag, 1. Februar, die Bänder im Stammwerk Wolfsburg. Für fast alle Mitarbeiter heißt das: Langes Wochenende!

"Wir versuchen, solche Ruhetage immer möglichst optimal zu legen", sagt Konzernsprecher Torsten Cramm am Donnerstag zu news38.de. Diesmal kommt noch hinzu, dass an dem Tag Zeugnisferien sind. Eltern können also etwas mit ihren Kindern unternehmen.

VW-Mitarbeiter bauen Überstunden ab oder gehen ins Minus

"Die Mitarbeiter bringen ihre eigenen Freizeitansprüche ein", so Cramm. Das heißt, sie nehmen Urlaub, bauen Überstunden ab und gehen auch mal ins Minus.

Dass die Fertigung von Tiguan und Touran am betreffenden Freitag ruht, war länger klar. Jetzt stehen also auch noch die Bänder beim Golf still. Als Grund nannte das Unternehmen eine Anpassung an die "aktuelle Programmsituation".

VW-Betriebsratssprecher Claus-Peter Tiemann betonte, dass er natürlich nicht für die gesamte Belegschaft sprechen kann. In persönlichen Gesprächen habe er aber den Eindruck gehabt, dass viele Mitarbeiter den Schließtag positiv aufnehmen.

Wie so oft beim Thema VW: Neid-Debatte ist entbrannt

Die meisten von Euch freuen sich einfach über den freien Tag, das lange Wochenende und die gewonnene Zeit mit der Familie. Aber wie so oft beim Thema Volkswagen, ist auch diesmal wieder eine Neid-Debatte entbrannt. Vor allem bei Facebook.

Manfred zum Beispiel bezeichnet das VW-Werk als "Norddeutschlands größten Freizeitpark", für dessen Mitarbeiter "überdimensionierte Löhne und Gehälter" gezahlt würden – trotzdem werde immer gemotzt.

"Dann reden wir nochmal drüber"

Bevor Neid aufkomme, solle man mal vier Wochen in Wechselschicht in der Produktion arbeiten, schreibt Claudia. "Dann reden wir nochmal drüber." Christian ergänzt: " Richtig, am Band fangen auch die größten Schränke an, ganz klein zu werden"

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Anja gibt zu bedenken, dass immer gesagt würde, bei VW verdiene man zu viel: "Nee Leute, die anderen verdienen zu wenig, aber das ist nun mal nicht die Schuld der VW-Mitarbeiter."

Auch Tom verteidigt die Werksmitarbeiter. Arbeite man etwa an Band 3 in Schichten, sei man nicht überbezahlt: "Das ist ein harter, stumpfer Job an dem man kaputtgehen kann."

Michaela findet den freien Tag nicht gut: "Manche Kollegen haben mittlerweile so viele Minusstunden durch die Schließtage, da würden sicher gerne einige unbezahlt Urlaub nehmen! Aber leider geht das nicht", schreibt sie. (ck)

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