Wolfsburg 

VW-Managerin warnt vor der AfD: "Wird zunehmend zum Problem"

VW-Managerin Hiltrud Werner bereitet es Sorgen, dass die AfD so viele Arbeitnehmer erreicht. Aktuell ist sie im Volkswagen-Konzern für die Ressorts Integrität und Recht zuständig. (Archivbild)
VW-Managerin Hiltrud Werner bereitet es Sorgen, dass die AfD so viele Arbeitnehmer erreicht. Aktuell ist sie im Volkswagen-Konzern für die Ressorts Integrität und Recht zuständig. (Archivbild)
Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg/Erfurt. VW-Managerin Hiltrud Werner warnt davor, dass die AfD bei den kommenden Wahlen in ostdeutschen Bundesländern hohe Gewinne einfährt. Gleichzeitig liefere die Politik aber auch immer wieder Argumente für die Populisten, sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

VW-Managerin Werner warnt vor AfD im Osten

"In Ostdeutschland wird die AfD zunehmend zum Problem, auch in den Betrieben", warnte die in Thüringen aufgewachsene Werner. Es wäre "schrecklich", nutzten die Menschen die Wahlen dafür nur, um der Regierung eins auszuwischen.

"Systematische Deindustrialisierung der DDR"

Der Grund für die hohen Beliebtheitswerte der AfD im Osten sei, dass die Nöte der Menschen im Osten nicht ernst genommen würden. Und: Westdeutsche Investoren hätten nach der Wende die DDR systematisch deindustrialisiert, sagte die Volkswagen-Topmanagerin.

Auch die Wirtschaft warnt vor der AfD

Auch Ökonomen warnen vor einem Erstarken der AfD im Osten. Weil sich dort viele Menschen von den etablierten Parteien nicht ernst genommen fühlten, sei die Unzufriedenheit der Menschen "verständlich und gerechtfertigt", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem "Handelsblatt".

Er forderte eine Strukturpolitik mit massiver, auch finanzieller Unterstützung für strukturschwache Regionen.

Drei Landtagswahlen im Herbst

In Thüringen, Brandenburg und Sachsen wird im Spätsommer und Herbst gewählt. Umfragen zufolge dürfte die AfD jeweils hohe Werte einfahren. (ck)