Wolfsburg 

Wolfsburg: Neue Muttermilchbank geht heute an den Start – und so läuft das

Muttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Vor allem Frühchen, deren Mütter noch nicht genug Milch produzieren, sind auf diese Nahrung angewiesen. Daher gibt es in Krankenhäusern Muttermilchbanken - jetzt auch in Wolfsburg (Archivbild).
Muttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Vor allem Frühchen, deren Mütter noch nicht genug Milch produzieren, sind auf diese Nahrung angewiesen. Daher gibt es in Krankenhäusern Muttermilchbanken - jetzt auch in Wolfsburg (Archivbild).
Foto: Marcel Kusch/dpa

Wolfsburg. Zur besseren Versorgung von Frühchen und kranken Neugeborenen nimmt am heutigen Montag im Klinikum Wolfsburg eine Muttermilchbank den Betrieb auf.

Muttermilchbank nicht nur in Wolfsburg

Damit werden an drei Standorten in Niedersachsen Säuglinge mit Muttermilch versorgt, wenn deren Mütter selbst nicht stillen können. Zuvor waren Einrichtungen in Vechta und Hannover an den Start gegangen.

Mit ihnen soll laut dem Gesundheitsministerium in Hannover auch einer medizinisch und ethisch unkontrollierten Abgabe von Muttermilch vorgebeugt werden.

Weil es vergleichsweise wenig Muttermilchbanken gibt, haben sich inzwischen im Internet sogenannte "Muttermilchbörsen" gebildet. Dort senden Mütter ihre überschüssige Milch gegen Geld an die Anbieter, die sie daraufhin weiter verkaufen. Stillverbände und Kinderärzte warnen eindringlich davor, fremde Milch für das eigene Baby aus dem Internet zu kaufen.

Wie funktionieren Muttermilchbanken?

Ganz anders ist das bei einer Muttermilchbank: In den Kliniken wird Milch von frischgebackenen, stillenden Müttern entgegengenommen. Die Milch jeder spendenden Mutter wird bei der Bank separat verarbeitet. Wurde die Milch geprüft und pasteurisiert, um alle Bakterien zu vernichten, können Babys, die sie brauchen, sie bekommen.

Nach Ansicht von Kinderärzten kann diese menschliche Milch Frühgeborene unter anderem vor schwerwiegenden, teils sogar tödlich verlaufenden Darmerkrankungen schützen.

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Die Einrichtung einer Muttermilchbank an den drei Standorten wird laut Ministerium finanziell vom Land gefördert. Im Sommer 2016 hatten die Fraktionen von SPD und Grünen den Antrag zur Einrichtung einer Muttermilchbank in den niedersächsischen Landtag eingebracht und waren auf parteiübergreifende Zustimmung gestoßen. (dpa/ck)