Wolfsburg 

Ai Weiwei verklagt VW – deswegen ist der Starkünstler stocksauer auf Volkswagen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei und VW werden wohl keine Freunde mehr... (Archivbild)
Der chinesische Künstler Ai Weiwei und VW werden wohl keine Freunde mehr... (Archivbild)
Foto: Michael Kappeler / dpa

Wolfsburg/Kopenhagen. Starkünstler Ai Weiwei verklagt VW – weil die Wolfsburger sich an seiner Kunst bedient haben sollen ohne ihn zu fragen. Bei Instagram macht der Chinese schon deutlich, was er von VW hält. Mit einem Mittelfinger.

Konkret geht es bei dem Streit zwischen Ai Weiwei und dem dänischen VW-Partner, Skandinavisk Motor, um das Kunstwerk "Soleil Levant". Es war im Jahr 2017 fünf Monate an der Kunsthalle in Kopenhagen angebracht.

Darauf zu sehen: Tausende Rettungswesten, die Geflüchtete auf ihrem gefährlichen Weg übers Mittelmeer getragen hatten. Später war das Kunstwerk in einem anderen Kontext zu sehen, nämlich als Hintergrund einer Werbeanzeige für den VW-Polo.

Ai Weiwei fühlt sich von VW verletzt

Das gefiel dem Künstler überhaupt nicht. "Ich verklage Volkswagen in Dänemark wegen Verletzung meines geistigen Eigentums und meiner moralischen Rechte", hieß es einem Instagram-Post.

VW habe mit dem "verletzenden Material" seinem Ruf geschadet - und seiner "lebenslangen Arbeit für die Verteidigung der Menschenrechte“, sagte Ai Weiwei dem "Guardian".

Bericht: VW gibt Fehler zu und sucht Lösung

Offenbar hat VW seinen Fehler beim Gerichtstermin am Mittwoch in Kopenhagen zugegeben. Man versuche sich mit dem Künstler zu einigen, sagte ein Konzernsprecher CNN. Ein Urteil solle in einigen Wochen fallen.

Der Fotograf des Werbefotos sagte laut einem Bericht der "Deutschen Welle", dass er die Schwimmwesten nicht als solche bemerkt habe. Zumal man damals in Eile gewesen sei.

Ai Weiwei kritisiert VW wegen Xinjiang

Ai Weiwei wirft VW bei Instagram unterdessen "arrogante Gesten" vor. Er habe erfolglos versucht, die Sache mit dem Konzern aus Wolfsburg zu klären. "Sie stehen nicht über dem Gesetz", so der 61-Jährige.

Gleichzeitig kritisiert der Künstler auch das umstrittene VW-Engagement in der chinesischen Provinz Xinjiang, wo religiöse Minderheiten gefoltert und inhaftiert werden sollen. Dass ein Unternehmen dort Partnerschaften mit dem autoritären Regime eingehe, spreche Bände, so Ai Weiwei. (ck)