Wolfsburg 

Wolfsburg: Große Sorge um verwahrlosten Mann – Obdachloser war im Klinikum

Die Menschen in Wolfsburg sorgen sich um einen obdachlosen Mann. Polizei und Stadt sagen, dass sie ihn genau im Blick haben – handeln könnten sie aber dennoch nicht. (Symbolbild)
Die Menschen in Wolfsburg sorgen sich um einen obdachlosen Mann. Polizei und Stadt sagen, dass sie ihn genau im Blick haben – handeln könnten sie aber dennoch nicht. (Symbolbild)
Foto: Paul Zinken/dpa

Wolfsburg. Noch immer liegt ein Obdachloser am Südkopf in Wolfsburg. Und weiterhin ist die Sorge um den verwahrlost wirkenden Mann groß. Er will sich weder helfen noch untersuchen lassen.

„Ich bin immer wieder bestürzt, dass es so etwas geben muss. Gerade auch noch in unserer 'wohlhabenden' Region. Es bleibt die Hoffnung, dass es der ein oder andere schafft, von der Straße zu kommen“, schreibt Yvonne bei Facebook.

„Meine Tochter und ich haben ihn auch dort liegen sehen. Es hat uns sehr traurig gemacht: Auf der einen Seite so jemand – und auf der anderen Seite Menschen, die in Cafés und Restaurants sitzen“, schreibt Ramona.

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Und Marcus meint: „Es ist schon ziemlich traurig, dass viele Menschen schon so enden müssen, die sich schon selbst so aufgegeben haben, dass sie keine Hilfe mehr von anderen Menschen haben wollen“, so sein Facebook-Kommentar.

Obdachloser in Wolfsburg lehnt Hilfe ab

Tatsächlich lehnt der Obdachlose weiterhin jegliche Hilfe ab. Polizei und Stadt Wolfsburg teilten auf news38.de-Nachfrage mit, den Mann und dessen Situation durchaus im Blick zu haben.

„Er wird regelmäßig von städtischen Bediensteten angesprochen, lehnt die Hilfeangebote jedoch konsequent ab“, sagte Ralf Schmidt, Sprecher der Stadt Wolfsburg.

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Erst wenn eine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliege, würden „geeignete Maßnahmen seitens des Ordnungsamtes eingeleitet.“

Nur der sozialpsychiatrische Dienst in Wolfsburg könnte eingreifen – müsste aber eine akute Gefahrenlage nachweisen, etwa eine Suchterkrankung.

Polizei Wolfsburg sieht keine Gefährdungslage

Auch aus Polizei-Sicht besteht diese Gefährdungslage derzeit nicht. Laut Polizeisprecher Sven-Marco Claus haben Beamte der Polizei den Obdachlosen am Südkopf mehrmals kontaktiert, auch Rettungssanitäter seien jeweils mit zur Stelle gewesen.

„Vor kurzem ließ sich der Mann kurz im Klinikum Wolfsburg begutachten, lehnte jedoch eine weitergehende Untersuchung vehement ab“, sagte Claus zu news38.de.

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Vergleichbare Fälle dieser Art hat es in Wolfsburg in den vergangenen Jahren laut der Stadt nicht gegeben. In den städtischen Obdachlosenunterkünften sind derzeit etwa 120 Personen untergekommen. Eine wichtige Anlaufstelle ist der Tagestreff „Carpe Diem“ in der Poststraße. >> Hier gibt es Infos (PDF).