Wolfsburg 

Wolfsburg: „Nachbarn schützen Nachbarn“ – das sagt die Polizei zu den Hobby-Rundengängern in der Teichbreite

In der Teichbreite in Wolfsburg gibt es eine Bürgerinitiative, deren Ziel es ist, das Sicherheitsgefühl der Anwohner zu verbessern. (Symbolbild)
In der Teichbreite in Wolfsburg gibt es eine Bürgerinitiative, deren Ziel es ist, das Sicherheitsgefühl der Anwohner zu verbessern. (Symbolbild)
Foto: Martin Schutt/dpa

Wolfsburg. In der Teichbreite in Wolfsburg passen einige Anwohner ganz besonders auf. Mehr als 20 „Rundengänger“ haben sich zusammengetan, um das Sicherheitsgefühl in dem Stadtteil in Wolfsburg zu stärken. Auch Frauen machen mit.

Regelmäßig gehen sie in Zweier- oder Vierer-Teams die Teichbreite ab und schauen, ob ihnen etwas Verdächtiges auffällt. Ist dem so, rufen sie direkt die Polizei.

Die „Bürgerinitiative Nachbarschaft Teichbreite“ gibt es inzwischen schon seit 24 Jahren, erzählt uns deren Sprecher Göran Schreib. Ins Leben gerufen hatte die Initiative damals der ehemalige Ortsbürgermeister Frank-Helmut Zaddach (SPD). Damals waren in der Autos beschädigt worden.

„Bürgerinitiative Nachbarschaft Teichbreite“ in Wolfsburg

Seitdem drehen die Menschen in der Teichbreite regelmäßig und ehrenamtlich ihre Runden. Zeitweise waren es mal 60 Mitglieder. Das hat sich etwas reduziert. „Die Menschen fordern immer nach mehr Sicherheit, aber nur die wenigstens tun aktiv etwas dafür“, sagt Göran.

Sprecher: „Wir sind keine Bürgerwehr!“

Gleichzeitig betont er immer wieder, dass die Bürgerinitiative nicht mit einer Bürgerwehr gleichzusetzen ist. „Davon distanzieren wir uns komplett, damit haben wir nichts zu tun! Wir haben keine politischen Absichten“, heißt es. Die Mitglieder tauschten sich aber mit Ortspolitikern aus. >> Wolfsburg: „Schutzzone“ am Nordkopf aktiv

Zu erkennen sind die „Rundengänger“ an ihren Jacken, teilweise tragen sie auch Caps. Waffen führt niemand mit sich – nur einen Block, einen Stift, ein Handy und manchmal eine Taschenlampe und einen Hund.

Bürgerinitiative will Täter abschrecken

Der „Bürgerinitiative Nachbarschaft Teichbreite“ geht es auch um Prävention. Man wolle potentielle Täter abschrecken, zum Beispiel Einbrecher. Auch wenn man nie für hundertprozentige Sicherheit sorgen könne, die Kriminalität sei durchaus zurückgegangen, sagt Göran.

Eine Handhabe gegen Kriminelle habe man aber nicht, sagt er: „Wir sprechen Verdächtige auch nicht an. Maximal gehen wir ihnen unerkannt und auf Distanz hinterher. Wir alarmieren unverzüglich die Leitstelle der Polizei.“

Dort hat man kein Problem mit den „Rundengängern“ aus der Teichbreite. Man stehe in ständigem Kontakt und treffe sich ab und an, so Wolfsburgs Polizeisprecher Thomas Figge zu news38.de. Die Mitglieder seien alle „harmlos“.

----------------

Mehr von uns:

----------------

Göran hatte in einer Facebook-Gruppe auf die „Bürgerinitiative Nachbarschaft Teichbreite“ aufmerksam gemacht. Die Reaktionen fallen ganz unterschiedlich aus. Von „Selbstjustiz wird in Deutschland geahndet“ bis „Ich finde super, was ihr macht. Ich finde sowas sollte es überall geben“ ist alles dabei. (ck)