Wolfsburg 

AfD: SPD-Mann aus Wolfsburg zerlegt die Partei: „Es wird noch schlimmer für Sie“

Falko Mohrs
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Berlin/Wolfsburg. Bei einer Debatte über die angeschlagene Automobil-Industrie ist die AfD im Bundestag hart ausgebremst worden.

Der SPD-Abgeordnete Falko Mohrs aus Wolfsburg nahm bei einer Aktuellen Stunde eine Rede von AfD-Mann Dirk Spaniel genüsslich auseinander.

SPD-Mann aus Wolfsburg kontert AfD-Rede

Spaniel hatte zuvor in AfD-Manier alle anderen Parteien für die Misere verantwortlich gemacht, in der die Automobil-Branche steckt. Die Krise sei „politisch verordnet“ und die Industrie werde gezwungen, Elektromobilität umzusetzen, so Spaniel. Die Arbeitsplätze vieler Menschen seien bedroht.

Falko Mohrs konterte: „Wir erleben mal wieder, dass die AfD alles schlechtredet, Angst schürt. Das ist sowas von billig.“

Und weiter: „Ich hab ja mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Volkswagen in drei Schichten Autos gebaut. Da haben Sie wahrscheinlich den Sessel bei sich im Büro warm gehalten.“

AfD-Frau Alice Weidel reagiert mit Grinsen

Dann geht Mohrs, der selbst als Fertigungskoordinator bei Volkswagen gearbeitet hat, zum rhetorischen Frontalangriff über: „Wissen Sie, was wir mit Leuten gemacht hätten, die so wenig Ahnung vom Automobilbau haben wie Sie? Die hätten wir rausgeschmissen.“

Die Reaktion der AfD-Fraktionsmitglieder: Hämisches Grinsen bei Alice Weidel, Blick ins Nichts und leises Kopfschütteln bei Alexander Gauland. Und Spaniel selbst? Der tobte und rief Unverständliches in Richtung Rednerpult.

„Regen Sie sich noch gar nicht so auf, es wird noch schlimmer für Sie“, so Mohrs. Das Letzte, was die Beschäftigten in der Automobilindustrie bräuchten, sei die AfD. „Wenn Sie mir nicht glauben, hören Sie zum Beispiel auf Hiltrud Werner, Vorstand bei VW.“

VW-Managerin: „Das Erstarken der AfD ist auch für Unternehmen besorgniserregend“

Die VW-Topmanagerin hatte vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland eindringlich vor der AfD gewarnt.

„Das Erstarken der AfD ist auch für Unternehmen besorgniserregend, denn unsere Belegschaften sind ein Spiegelbild der Gesellschaft.“ Sie erkenne in der Politik der AfD kein Zukunftsbild, sondern das Bild der Vergangenheit, in die sie nicht zurückkehren wolle.

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Mohrs drückte es in Richtung der AfDler ähnlich aus: „Sie leben in der Vergangenheit, Sie wollen Grenzen errichten, das ist Gift für jede Industrie.“

VW-Halle: Ärger wegen AfD

Dann kam er auf ein aktuelles Ereignis in Braunschweig zu sprechen: Dort startet bald der Bundesparteitag der AfD.

Im Zuge der Planung hatte es Ärger gegeben: Denn die VW-Belegschaft wollte nicht akzeptieren, dass der Name Volkswagen während einer Veranstaltung der AfD an der Halle prangt – tatsächlich wird der Schriftzug verdeckt.

„Nehmen Sie zur Kenntnis, dass sowohl das Unternehmen Volkswagen, als auch die IG Metall als auch der Betriebsrat sich aktiv darum bemühen, die Volkswagen-Halle in Braunschweig, wo Sie Ihren Parteitag abhalten, zu überzeugen, ihren Namen zu ändern.“

Die AfD stelle sich als soziale Partei dar, als Partei für die Beschäftigten. „Sie tun so, als ob Sie für die Beschäftigten reden, aber das tun Sie nicht. Sie reden für Ihre nationalistischen Eliten“, so Mohrs.

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Denn: „Sie sind gegen die Mindestausbildungsvergütung, gegen Mietpreisbremsen, gegen Tarifverträge, die Sie als Sozialismus abtun, Sie sind dafür, dass die sachgrundlose Befristung beibehalten wird, das ist doch Ihre Politik.“ (pen)