Wolfsburg 

Wolfsburg: Kein Fleisch in Kitas! Aus DIESEM Grund: „Was zur Hölle...“

In Wolfsburg verzichten Kitas und eine Schule in der Fastenzeit auf Fleisch. Der Aufschrei ist groß. Dabei kommt die Kritik offenbar eher von außen... (Symbolbild)
In Wolfsburg verzichten Kitas und eine Schule in der Fastenzeit auf Fleisch. Der Aufschrei ist groß. Dabei kommt die Kritik offenbar eher von außen... (Symbolbild)
Foto: imago images / epd

Wolfsburg. In Wolfsburg gibt es derzeit in einigen Kitas und einer Schule kein Fleisch. Hintergrund ist die Fastenzeit. Während es intern offenbar viel Lob für die Aktion gab, war der Aufschrei von außen vergleichsweise groß.

Seit Aschermittwoch verzichtet der evangelische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen in seinen 15 Kitas sowie in der Eichendorffschule auf Fleisch. Sieben Wochen lang – bis Ostern.

Kitas in Wolfsburg fasten Fleisch

„Wir hatten auch erst überlegt, ob wir nicht auf süße Nachspeisen verzichten, aber haben uns dann für das Fleisch-Fasten entschieden“, sagte Kerstin Heidbrock, pädagogische Kita-Geschäftsführerin des Kirchenkreises, zu news38.de.

Es gehe auch mal darum, auf etwas zu verzichten, was im Alltag selbstverständlich ist. Man wolle die mehr als 1.300 Kinder in den Kitas sowie die Eichendorffschüler für andere Nahrungskomponenten und Lebensmittel sensibilisieren

Kita-Chefin: „Es geht um sieben Mahlzeiten!“

„Es gibt natürlich auch Ersatz, zum Beispiel Fisch, Hirse und Kichererbsen“, so Heidbrock. Zumal es hier auch nur um das Mittagessen gehe. Wurst gebe es weiterhin zum Frühstück.

„Bei uns gibt es sowieso nur einmal in der Woche Fleisch, daher sprechen wir von sieben Mahlzeiten“, betont Heidbrock.

„Was zur Hölle ist denn in diesem Land kaputt?“

Tatsächlich gab es viel Kritik an der erstmaligen Aktion in Wolfsburg. Unter anderem auf der Facebook-Seite der „Wolfsburger Nachrichten“ - da hieß es etwa:

  • „Kinder, die sich in der Wachstumsphase befinden, sollen auf Fleisch verzichten? Was für ein Blödsinn!“
  • „Was zur Hölle ist denn in diesem Land kaputt? Was soll der Schwachsinn?“
  • „Ich würde meinem Kind dann immer ein anständiges Schnitzelbrötchen mitgeben.“

Aber nach Aussage der Kita-Chefin aus Wolfsburg versteht die große Mehrheit der betroffenen Eltern die ganze Aufregung nicht. Die Resonanz sei überwiegend positiv. Denjenigen, die kritisch nachgefragt hätten, sei es eher um ernährungsphysiologische Fragen gegangen.

Was sagen die Kinder?

„Fasten heißt ja nicht, dass es nichts zu Essen gibt. Wir ersetzen das Fleisch ja nur. Die Gerichte, die wir anbieten, haben alle Bestandteile, die eine ausgewogene Mittagsmahlzeit braucht“, so Heidbrock – Eiweiß, Vitamine und Eisen zum Beispiel.

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Inwiefern auch im kommenden Jahr wieder 40 Tage auf Fleisch verzichtet wird, sei noch offen. Da spiele auch die Meinung der Kinder eine große Rolle. Denkbar wäre auch, stattdessen auf Spielzeug oder auf Süßes zu verzichten. (ck)