Wolfsburg 

Wolfsburg: Bundeswehr in Designer Outlets – Politikerin: „Perverser geht es kaum!“

Die Bundeswehr lädt Interessierte in ihren neuen Pop-up Store in den Designer Outlets Wolfsburg ein.
Die Bundeswehr lädt Interessierte in ihren neuen Pop-up Store in den Designer Outlets Wolfsburg ein.
Foto: Alexander Körner/Bundeswehr

Wolfsburg. Die Bundeswehr rührt neuerdings die Werbetrommel in den Designer Outlets Wolfsburg. Das „Pop-up Karriere Loft“ gefällt nicht jedem. So kommt jetzt massive Kritik von den Linken.

Die Bundeswehr stelle sich in Wolfsburg als hip und junggebliebenen, lockeren Arbeitgeber dar, so die Linken-Kreisvorsitzende Anne Zimmermann: „Wie cool ist es aber in Wirklichkeit, seine Waffe auf einen anderen Menschen zu richten und diesen vielleicht auch noch erschießen zu müssen?“

Kritik an Bundeswehr-Auftritt in Wolfsburg

Darüber werde in dem Laden in den Designer Outlets Wolfsburg nicht gesprochen. „Stattdessen wird dem Schrecken vom Krieg ein trendy Outfit verpasst um Jugendliche an die Front zu locken. Perverser geht es kaum!“

Auch für den Linke-Kreisvorsitzenden Ilario Ricci ist die Eröffnung des Bundeswehr 'Pop-up Karriere Loft' ist ein völlig falsches Signal. „Auch in Zeiten von Defender 2020 und den Grenzöffnungen in der Türkei. Das Friedensprojekt EU“ ist in ernsthafter Gefahr. Wer Frieden will, der darf nicht aufrüsten“, so Ricci.

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Linken-Ratsherr Bastian Zimmermann verweist außerdem auf die Mitgliedschaft der Stadt Wolfsburg in der Organisation „Mayors for Peace“, die sich zur weltweiten Abrüstung bekennt. „Eine militärische Werbekampagne läuft dem aus seiner Sicht zuwider.

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„Sie erzählt nichts vom Risiko des Sterbens und den geostrategischen Interessen, die die Kolleginnen und Kollegen im Ausland durchsetzen sollen“, erläutert Zimmermann seine Kritik.

Bundeswehr-Werbung: Auch WVG in der Kritik

Gleichzeitig kritisieren die Linken, dass ein WVG-Bus mit Bundeswehr-Werbung durch Wolfsburg fährt. Mit Slogans wie „Grünzeug ist auch gesund für deine Karriere“ würden geschickt Werte wie Nachhaltigkeit und der Trend zum neuen ökologischen Bewusstsein missbraucht, um auf Jugendliche eine coole Wirkung zu haben und sie für sich zu gewinnen, so Anne Zimmermann.

Sie ergänzt: „Da wir eine Friedenspartei sind und für konsequente Abrüstung stehen, fordern wir die Stadt Wolfsburg auf, kein Werben für das Töten und Sterben in unserer Stadt zuzulassen!“

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Hintergrund: Die Bundeswehr hat neuerdings einen Pop-up Store in den Designer Outlets. Bis Anfang Mai wolle man sich dort als Arbeitgeber präsentieren und alle Neugierigen über Berufschancen und Karrierewege informieren, teilte die Bundeswehr mit. (ck)