Wolfsburg 

VW: Golf 8, ID.3 und Corona – Experte: „Management ist überfordert!“

Krise bei VW: Ein Auto-Experte findet, dass das Management schlichtweg überfordert ist. (Symbolbild)
Krise bei VW: Ein Auto-Experte findet, dass das Management schlichtweg überfordert ist. (Symbolbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wolfsburg. Bei VW häufen sich zuletzt die negativen Schlagzeilen: Der Start des neuen Golf lief nicht wie geplant, das neue Elektroauto ID.3 macht Probleme – und wegen des Coronavirus stehen aktuell die Bänder still.

Die Krise von VW sei allerdings kein Zufallsprodukt, stellt der Automobilbranchen-Experte Stefan Randak jetzt im Interview mit „t-online“ klar. Er vermutet Schwächen in der Führungsebene: die aktuelle Situation „überfordert manche Führungskraft.“

VW in der Krise? Experte spricht Klartext

Weil VW in den letzten Jahren einen massiven Aufschwung erlebt habe, seien die jetzigen Chefs nicht mehr mit „krisenerprobtem Management“ vertraut.

Hinzu kommen viele Veränderungen in der Automobilindustrie. „Die aktuelle operative Führungsriege – auch unterhalb des Vorstandes – macht nun erstmals Erfahrung mit der größten Umstrukturierung, die es in der Automobilwelt jemals gab“, sagt Randak.

Umstellung in der Autobranche bereitet Schwierigkeiten

Prägend für die Veränderungen seien laut dem Experten vor allem diese Aspekte:

  • alternative Antriebe
  • Car Connectivity
  • Neuanläufe
  • Absatzeinbruch
  • und die Coronakrise.

Aktuell führe die die Ausbreitung des Coronavirus zu Produktionsausfällen, zudem würden die Menschen weltweit weniger Autos kaufen. Er geht davon aus, dass sich das stark auf den Profit auswirke. Laut Randak sei es möglich, dass sich dieser im Zuge der Krise halbiere.

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Experte mit erschütternder Zukunftsprognose

Das dürfte es den Verantwortlichen auch nach überstandener Coronakrise nicht leichter machen. Schließlich lautet die generelle die Zukunftsprognose des Experten: „Eine Kapazitätsanpassung nach unten war bereits vor Corona angesagt.“

Das heißt: Wenn die Menschen weniger Autos kaufen, muss VW auch weniger produzieren. Dadurch können langfristig gesehen VW-Mitarbeiter weltweit ihre Arbeitsstelle verlieren, sagt der Experte bei „t-online“. (vh)