Wolfsburg 

Wolfsburg: Kind während Kita-Ausflugs gestorben – deshalb ist der Fall jetzt erneut vor Gericht

Auf einem Spielplatz in Wolfsburg ist im April 2019 ein kleiner Junge gestorben, nachdem er in ein Regenrückhaltebecken gefallen war.
Auf einem Spielplatz in Wolfsburg ist im April 2019 ein kleiner Junge gestorben, nachdem er in ein Regenrückhaltebecken gefallen war.
Foto: dpa

Wolfsburg. Der Fall aus Wolfsburg hatte die ganze Region erschüttert. Ein 16 Monate altes Kind war während eines Kita-Ausflugs in ein Regenrückhaltebecken gefallen und später an den Folgen gestorben.

Drei Betreuerinnen wurden deshalb im Februar wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Doch jetzt ist der Fall erneut vor Gericht.

Wolfsburg: Kleinkind stirbt während Kita-Ausflugs – Erzieherinnen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Die Kita-Gruppe aus Wolfsburg hatte im April 2019 einen Ausflug zu einem Spielplatz gemacht. Ein kleiner Junge, der gerade 16 Monate alt war, war unbemerkt davongelaufen und in ein Regenrückhaltebecken gefallen.

Dort hatte er mehrere Minuten im Wasser gelegen, bis die Erzieherinnen ihn schließlich fanden.

Der kleine Junge starb 12 Tage später an Hirnschäden durch Ertrinken.

+++ Wolfsburg: Kleinkind (1) stirbt auf Spielplatz! Vier Frauen angeklagt, drei verurteilt +++

Drei Betreuerinnen wurden deshalb nach einem ersten Verfahren im Februar 2020 wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Doch die Staatsanwaltschaft hält das Urteil für nicht „tat- und schuldangemessen“ und legte Berufung ein – mit Erfolg.

Strafe nicht „schuldangemessen“ – Fall erneut vor Gericht

Der Richter am Amtsgericht Wolfsburg hatte die drei Frauen verwarnt und zu Geldstrafen von je 4500 Euro auf Bewährung verurteilt. Eine vierte Angeklagte wurde freigesprochen, weil sie als Praktikantin am Tag des Geschehens freiwillig und eher zufällig in der Kita im Stadtteil Nordsteimke war.

Anklage und Verteidigung haben gegen das Urteil jedoch Berufung eingelegt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

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Die Staatsanwaltschaft erachte das Strafmaß nicht für tat- und schuldangemessen, begründete der Sprecher die Berufung. Aus Sicht der Anklage handelte es sich nicht um ein bloßes Augenblicksversagen unter unglücklichen Umständen.

Junge lag vermutlich mindestens 30 Minuten im Wasser

Vielmehr hätten mehrere Tatbeteiligte erhebliche Sorgfaltspflichtverstöße im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit begangen. Wie lange der kleine Junge tatsächlich im Wasser gelegen hatte, konnte im ersten Verfahren nicht abschließend geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage aber von mindestens 30 Minuten aus.

Auch die Verteidiger hätten Berufung eingelegt. Ziel dabei dürfte ein Freispruch sein.

Ein Termin für die erneute Verhandlung steht noch nicht fest. (fno mit dpa)