Wolfsburg 

Wolfsburg: Pastor missbraucht Konfirmandin bei Hamburg – jetzt führt die Spur auch nach Wolfsburg

ntv Nachrichten
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Wolfsburg. Der Missbrauchsskandal um einen ehemaligen Pastor aus Harburg hat Wolfsburg erreicht.

In einer Kirchen-Gemeinde in Wolfsburg soll der Pastor ebenfalls straffällig geworden sein. Der im Jahr 2013 verstorbene Pastor war ab 1971 fast 15 Jahre lang in Wolfsburg tätig.

Missbrauch in der Kirche: Pastor wirkte jahrelang in Wolfsburg

Laut dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen soll es in der Stephanus-Gemeinde „zumindest Fälle einer sexuellen Belästigung von Teamerinnen“ durch den Pastor gegeben haben. Es gebe entsprechende Hinweise, sagte Superintendent Christian Berndt.

Hier wirkte der Pastor:

  • 1971/1972 Pastor der St. Marien-Kirchengemeinde Wolfsburg (heute Nordstadtgemeinde)
  • 1972-1986 Pastor der Stephanus-Gemeinde in Wolfsburg-Detmerode.
  • Kreisjugendpastor und Religionslehrer (Volksschule 15 und Erich-Kästner-Schule)
  • ab 1986 Kirchenkreis Hittfeld

Inwiefern es in Wolfsburg noch weitere, womöglich auch schwerere Missbrauchsfälle durch den Pastor gegeben hat, ist noch offen. Es gibt viele Anlaufstellen für Betroffene – auch die Kirche will ihnen helfen.

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Ansprechpartner für Betroffene

Ansprechstelle für Opfer sexualisierter Gewalt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen

Zentrale Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und in der Diakonie

Frauen- und Mädchenberatung bei sexueller Gewalt e.V.

Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen Hannover e. V.

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„Es erschüttert mich zutiefst, dass Menschen anderen dieses Leid zufügen. So etwas darf nicht passieren, weder in der Kirche noch woanders“, so Berndt. Sexueller Missbrauch, der immer auch ein schwerer Missbrauch von Autorität und Vertrauen sei, müsse vorbehaltlos aufgeklärt werden.

Der evangelische Pastor hatte nach Kirchenangaben in den 80er und 90er Jahren in der damaligen Kirchengemeinde Nenndorf bei Hamburg schweren sexuellen Missbrauch an einer früheren Konfirmandin begangen.

Opfer: „Ich bin nicht die einzige"

Am Montag machten die Betroffene sowie Kirchenvertreter den Fall öffentlich, um eine weitere Aufarbeitung zu ermöglichen. „Der Täter war ein Serientäter“, sagte sein Opfer, das unter einem Pseudonym auftrat.

Zu den jahrelangen Übergriffen sei es bei der Jugendarbeit gekommen, für die der Pastor bekannt gewesen sei. Sie sei sich sicher, dass er von Anfang an geplant habe, sexuelle Übergriffe an Mädchen zu begehen. „Ich bin nicht die einzige."

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Mehr von uns:

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Die Frau hat von der Kirche ein Schmerzensgeld von 35.000 Euro bekommen – das bisher höchste, was die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers bei Missbrauchsfällen zahlte. (ck)