Wolfsburg 

Wolfsburg: Große Pläne in der Stadt? Diese Kette will bald kommen

Die Kette Karls Erlebnishof plant trotz Corona-Rückschlag weitehin mit einem Standort in Wolfsburg.
Die Kette Karls Erlebnishof plant trotz Corona-Rückschlag weitehin mit einem Standort in Wolfsburg.
Foto: imago images/ Christian Grube

Wolfsburg darf weiter hoffen! Seit vergangenem Jahr steht fest: In der Autostadt soll ein „Erdbeer-Imperium“ entstehen. Doch dann kam Corona. Wie sieht es nun mit den Plänen aus?

Die gute Nachricht: Der Corona-Rückschlag kann den Bau von „Karls Erlebnisdorf“ nicht aufhalten, erklärt Chef Robert Dahl in einem Podcast.

Doch was steckt hinter Karls Erdbeeren? Und was genau ist in Wolfsburg geplant?

Wolfsburg: „Karls Erlebnishof“ soll trotz Corona-Rückschlag kommen

Ein Blick in die Geschichtsbücher: Robert Dahl ist der Enkel von Firmen-Gründer Karl Dahl. Er bewirtschaftete 1921 einen Hof in der Nähe von Rostock. Seine Erzeugnisse verkaufte er damals auf einem Wochenmarkt. Nach dem zweiten Weltkrieg zog die Familie in die Nähe von Lübeck. Die Familie blieb sich treu und setzte weiterhin auf landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Hof setzt komplett auf Erdbeeren, ist zwischenzeitig der wichtigste Lieferant der Schwartauer Werke.

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Fakten und Zahlen zu Karls Erlebnishof:

Gründung 1921

Hauptsitz: Rövershagen bei Rostock

Umsatz im Jahr: 150 Millionen Euro

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Mit der Wende 1989, ändert Dahls Sohn Karl-Heinz das Konzept radikal. Weil seine Erdbeeren bei Schwartau nicht mehr gefragt sind – importierte Früchte aus Osteuropa sind billiger – plant er einen Direktverkauf. Dadurch entsteht auch das Markenzeichen: Verkaufsbuden in Erdbeerform. Auf die Idee hatte ihn seine Tochter gebracht: Von ihrem Austauschjahr in England brachte sie Bilder vom Tennisturnier Wimbeldon. Darauf zu sehen: Häuschen in Erdbeerform.

1993 eröffnet der damals 22-jährige Robert Dahl in dritter Generation bei Rostock einen Erdbeerhof an einer Bundesstraße. Sehr schnell verkauft er neben Erdbeeren in einem Hofladen Kaffee und Kuchen. Mit der Zeit entwickelt sich der Hof zu einem der größten Bauernmärkte Deutschlands und gründet somit das „Erdbeer-Imperium“. Weitere „Karls-Erlebnis Dörfer“ entstehen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holtstein und Brandenburg.

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Hier könnte der Freizeitpark entstehen

Doch dann kam die Corona-Krise. „Es war frustrierend. Wir hatten viel Geld in Standorte investiert und dann kam der Lockdown“, erzählt Robert Dahl in einem Online-Marketing-Podcast, der im Juni erschien. „Wir mussten Erlebnisdörfer schließen und hatten 750 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das war eine Not-Vollbremsung.“ Das Ende also für den geplanten Standort in Wolfsburg?

Noch Anfang März sei der Besitzer zu den Banken gegangen und habe sich so viel Geld wie möglich besorgt. Millionen-Investitionen für weitere Dörfer sind somit gesichert.

Wie die erfahren haben, kommt für den Bau am ehesten das ungenutzte Romantikpark-Gelände in Brackstedt in Frage. Kostenpunkt: Rund 15 Millionen. (mb)