Wolfsburg 

Wolfsburg: Dieser beliebte Laden verschwindet für immer aus der Stadt – „Mir laufen gerade die Tränen“

In Wolfsburg schließen ein beliebter Laden mit mehreren Standorten. (Symbolbild)
In Wolfsburg schließen ein beliebter Laden mit mehreren Standorten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Ralph Peters

Wolfsburg. Vor elf Jahren hat die erste kleine Boutique in Wolfsburg eröffnet. Danach folgten weitere Verkaufsstellen – doch jetzt ist Schluss.

Unter dem Motto „besonders anziehend“ boten die familiären Geschäfte Mode aus Skandinavien. Gerade bei Kunden, die nach ausgefalleneren Marken abseits der Massenware suchten, waren die Läden beliebt. Umso größer ist die Trauer bei ihnen, dass die Läden in Wolfsburg im September zum letzten Mal öffnen werden.

Wolfsburg: Beliebte Bekleidungsgeschäfte machen zu

Die Geschäfte in viele Innenstädten in Deutschland sind heute beliebig austauschbar: Häufig finden sich die gleichen vier oder fünf großen Modehäuser, dazu die immer gleichen Schuhgeschäfte oder Kleidungs-Discounter. Doch häufig sind es gerade die Geschäfte, die eben nicht als große Ketten die Innenstädte beziehen, die den Einkaufsbummel erst richtig spannend machen.

--------------------

Die Stadt Wolfsburg:

  • Wolfsburg ist eine vergleichsweise junge Stadt: 1938 wurde sie als Sitz von VW gegründet
  • Ursprünglich diente sie als Wohnort für die Volkswagen-Mitarbeiter
  • Bis Mai 1945 trug die Stadt den Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“
  • Mit rund 125.000 Einwohnern ist Wolfsburg heute die fünftgrößte Stadt in Niedersachsen
  • Im Jahr 2010 war das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das höchste aller deutschen Städte

--------------------

Verständlicherweise ist die Trauer bei den Kunden und Kundinnen der „Karfunkel“-Läden in Wolfsburg groß. Fünf Standorte bezog Karfunkel an verschiedenen Orten in Stadt, zuletzt waren noch die Geschäfte in Vorsfelde und Fallersleben geöffnet.

Bereits Ende April hatte der Standort in Meine geschlossen. Gestartet hatte alles laut Karfunkel-Gründerin Stefanie Bodner vor elf Jahren, im August 2009 in Müden (Aller). Zwischenzeitlich gab es noch ein Geschäft in Burgdorf. Seitdem ist viel passiert.

+++ Hannover: Nach Unfall am Stauende auf A7 – 25-Jähriger stirbt im Krankenhaus +++

Damals suchte die Wolfsburgerin nach einer Abwechslung von ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie. „Wir eröffnen ein Geschäft, das einen Platz für tolle Dinge und noch tollere Menschen bietet“, so der Plan damals, der ohne großes Zögern in die Tat umgesetzt wurde. Nach der Eröffnung des Geschäfts in Vorsfeld 2014 folgte bereits ein Jahr später das nächste Geschäft in Fallersleben und 2017 der kleinste Standort in Meine. Dort zog nach der Geschäftsaufgabe Ende April ein Reisebüro ein.

Wolfsburger-Geschäft bei Shopping Queen

Dass es am Ende so viele Standorte werden, damit hatte sicher niemand gerechnet. Dabei erlangte das Geschäft sogar deutschlandweit Aufmerksamkeit. Im Februar 2019 war der Laden in einer Episode der beliebten Vox-Sendung „Shopping Queen“ für mehrere hunderttausend Zuschauer zu sehen.

Doch jetzt folgt das Aus. Ein weiteres Indiz für das drohende Brachliegen der Innenstädte, welches aufgrund des Coronavirus prognostiziert wurde?

Zum Teil. „Sicher hat der Komplettausfall mir die Entscheidung ein bisschen leichter gemacht. Es war für mich mit sechs Mitarbeitern und drei Mieten schon eine schwierige Zeit“, so Bodner gegenüber News38. Wie sie erklärt, hätten auch verabschiedende Mitarbeiterinnen ihre Entscheidung beeinflusst, wesentlicher seien jedoch zwei weitere Entwicklungen gewesen.

Vielfältige Gründe für Geschäfsaufgabe

„Ich spüre, dass mein Platz wieder in der Praxis ist“, schreibt sie auf Facebook. Auch gegenüber News38 erwähnt die Gründerin, dass es bereits Ende des vergangenen Jahres Pläne für eine Schließung gab. Zudem könne man als kleines Geschäft schlicht nicht mehr mit dem Angebot vieler Online-Händler mithalten. Am 26. September wird deswegen Schluss sein.

+++ Wolfsburg: Mit diesem Bier-Angebot stimmt was nicht – „Happy Hour für Schlaue“ +++

Bei den Kunden sorgt die Ankündigung für Bestürzung. Viele geben an, dass sie die Shopping-Gelegenheit schmerzlich vermissen und die verbleibende Zeit sicher noch für den ein oder anderen Besuch im Laden nutzen werden. Auf Facebook schreiben sie:

  • „Das ist so schade, ich bin immer so toll beraten worden und habe sehr gerne etwas gekauft, wirklich schade.“
  • „Wie schade, damit ein schöner, liebevoller Landen in dem ich immer wieder etwas Schönes entdeckt habe. Dir in jedem Fall einen guten Start für den neuen Job, ich komme auf jeden Fall noch mal vorbei.“
  • „Mir laufen gerade die Tränen, du weißt wie sehr ich dich schätze und deine Läden. Es macht mich traurig.“

----------------------------

Mehr aus Wolfsburg:

----------------------------

Eine kleine Hoffnung für den Erhalt der beiden Läden gibt es allerdings noch: So hätten laut Bodner inzwischen zwei Frauen Interesse bekundet, die Geschäfte zu übernehmen. Noch gebe es jedoch keine verbindlichen Absprachen.

Falls es mit der Übernahme nichts wird hast du noch bis zum 26. September die Chance auf einen Besuch in den beiden Geschäften in Wolfsburg. Vor der Schließung soll es zudem noch einen Räumungsverkauf geben. Wann dieser stattfindet steht jedoch noch nicht fest. (dav)