Wolfsburg 

Wolfsburg: Hotel-Betreiber sauer wegen Lockdown – seine Botschaft sorgt für heftige Reaktionen

Gastronom Norbert Steinweh vom Vorsfelder Hof in Wolfsburg hat auf einen Aushang heftige Reaktionen erhalten.
Gastronom Norbert Steinweh vom Vorsfelder Hof in Wolfsburg hat auf einen Aushang heftige Reaktionen erhalten.
Foto: Vorsfelder Hof; Montage: News38

Gastronom Norbert Steinweh vom Vorsfelder Hof in Wolfsburg ist sauer. Wegen der steigenden Zahlen in der Corona-Pandemie musste er Hotel und Restaurant schließen. Ihm geht es wie tausenden weiteren Betreibern in ganz Niedersachsen.

Er möchte ein klares Zeichen an seinem Hotel in Wolfsburg-Vorsfeld setzen. Gegen die Corona-Leugner, Masken-Verweigerer und alle, welche die Pandemie immer noch nicht ernst nehmen. Der 62-Jährige macht einen kleinen Aushang – doch der hat große Auswirkungen.

Wolfsburg: Hotel-Betreiber bezieht Stellung

Seit 33 Jahren ist Steinweh am Vorsfelder Hof. Zuerst hatte er ihn gepachtet, später übernommen. Dass es einmal so große mediale Aufmerksamkeit um seine Person geben würde, damit hätte der Gastronom nicht gerechnet. Und das alles nur wegen einem kleinen Aushang.

Seit etwa 14 Tagen hängt er am Hotel und Restaurantbetrieb. Kurz nachdem klar war, dass er den Betrieb vorerst wieder schließen muss. Gerichtet ist der Zettel „An alle Corona Ignoranten“. „Ihr Maskenmuffel, immer noch Partygänger und Corona Demonstranten. Wir müssen wieder zu machen. Vielen Dank euch allen!“, heißt es auf dem Schreiben weiter.

„Das kann man doch nicht weg lügen, was da passiert“, sagt Steinweh verärgert gegenüber News38 und ergänzt: „was in den Krankenhäusern los ist, meine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, das ist einfach unbeschreiblich. Ich bin richtig verärgert gewesen.“

„Es kann doch nicht sein, dass man einfach so diffamiert wird“

In den Sozialen Netzwerken und im Internet sind die Corona Leugner gut organisiert. Es gibt unzählige Gruppen, in denen gemeinsam und koordiniert auf bestimmte Inhalte reagiert wird. Und offenbar ist auch der Aushang von Steinweh genau diesem Mechanismus zum Opfer gefallen. Im Netz toben die Corona Leugner, behaupten, der Gastronom stelle sich gegen die freie Meinungsäußerung.

„Schnell hatte ich auch einige Mails in meinem Postfach, die waren“, fängt Steinweh an und zögert kurz, bis er sagt „wirklich nicht so nett. Nein, wirklich nicht nett.“ Auch das Bewertungssystem von Google wird zum Ziel der Angriffe gegen Steinweh: „Da haben Gäste geschrieben, die angeblich hier waren, als wir bereits dicht hatten. Wenn jemand hier war, und es tatsächlich Probleme gab, bin ich für jede Rückmeldung dankbar. Aber es kann doch nicht sein, dass man einfach so diffamiert wird.“

Gastronom wirbt für Zurückhaltung

„Es geht ja nicht nur um uns und unsere Mitarbeiter. Auch unsere Zulieferer stöhnen, da hängt so viel dran. Und das alles nur, weil nicht alle dazu bereit sind, ein kleines bisschen kürzer treten zu können. Das finde ich sehr schade“, so Steinweh gegenüber News38. Die Politik habe, schaue man ins unmittelbare europäische Ausland, „alles richtig“ gemacht.

Sich einschüchtern lassen oder gar seinen Aushang abnehmen will der 62-Jährige wegen der Anfeindungen aber nicht. „Wir lagen lange bei 4,8 Sterne bei Google, jetzt sind wir dadurch auf 3,6 oder 3,7 runter. Aber das interessiert mich nicht. Ich lasse mich von so etwas nicht abhalten“, sagt er selbstbewusst.

-------------------------------

Mehr News aus Wolfsburg:

Designer Outlets Wolfsburg: Ziehen einige Mieter aus? So trifft die Corona-Krise das Center

VW pimpt altbekanntes Modell auf – sticht es jetzt den Passat Variant aus?

Badeland Wolfsburg: Reinigungskräfte machen sauber – bei dieser Entdeckung rufen sie sofort die Polizei

-------------------------------

Zumal er nach den ersten Berichten über die heftigen Reaktionen auch positive Rückmeldung von Kollegen und Gästen erhalten habe: „Das bestärkt mich natürlich.“ Die Corona Leugner, sie sind eine laute Minderheit. Auch deswegen schreibt Steinweh am Ende seines Aushangs: „An alle anderen, also über 90 Prozent der Bürger Deutschlands: Bleiben Sie gesund, wir sehen uns bald wieder.“