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Wolfsburg: Café-Betreiber erlebt bitteren Start in den Arbeitstag – „Entsetzt und geschockt“

Ein Wolfsburger Café machte vor Kurzem einen Schock-Fund direkt vor der Tür. Es ist nicht die erste Drohung, die den Betreiber erreicht.

Fensterfront Café
u00a9 imago images/Seeliger

Kurz erklärt: Wie der Verfassungsschutz die AfD-Landesverbände einstuft

Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster wird verhandelt, ob das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD als Gesamtpartei weiterhin als rechtsextremistischen Verdachtsfall führen darf. Für zahlreiche Landesverbände gilt das bereits. Zudem gelten drei AfD-Landesverbände als gesichert rechtsextrem.

Als ein Wolfsburger an einem Morgen sein Café aufschließen wollte, machte er eine schockierende Entdeckung. Für ihn ist das mittlerweile schon nichts Neues mehr. Die Sorge ist trotzdem groß.

Nicht nur bei dem Wolfsburger Café macht man sich Gedanken. Auch viele Kunden zeigen sich bestürzt darüber, welchem Hass sich der Besitzer stellen muss.

Wolfsburg: Drohungen nach Anti-AfD-Kaffee

Schon seit Januar bekommt ein Wolfsburger Café immer wieder Anrufe, E-Mails und Nachrichten. Ihr Inhalt ist kein schöner: Beleidigungen, Gewaltandrohungen und sogar Morddrohungen erhält der Besitzer des Olivier Caffès darin. Der Zeitpunkt für diese Drohungen ist nicht zufällig. Im Januar brachte Betreiber Daniel Olivier seinen Anti-AfD Kaffee auf den Markt. Danach musste er eine Menge Hetze von Rechts einstecken. Jetzt musste er sich erneut einer bösen Überraschung stellen.

Mit weißer Sprühfarbe stand in Großbuchstaben „Deutschland erwache“ an der Schaufensterscheibe in der Röntgenstraße. Warum gerade sein Laden immer wieder in den Fokus rückt, kann sich der Olivier denken. „Wir wissen nicht, wer das war, aber da wir uns offen gegen die AfD positionieren, liegt der Verdacht, dass es aus dieser Richtung kommt, natürlich auf der Hand“, schreibt er auf News38-Anfrage.

Fensterfront cafe wolfsburg
Foto: Daniel Olivier

Café-Betreiber lässt sich nicht einkriegen

Er will sich trotz der Anfeindungen weiter stark gegen Rechts machen. „Wir sehen solche Aktionen als Bestätigung für unsere Ansicht, dass die AfD eine demokratiefeindliche Gefahr für unser Land ist“, schreibt er weiter. Viele Besucher zeigen sich allerdings auch besorgt. „Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Bin entsetzt und geschockt. Passt bitte gut auf euch auf“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook.


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Solche Kommentare bestärken das Team, sich nicht unterkriegen zu lassen. „Auch weil wir sehen, dass die überwältigende Mehrheit da auf unserer Seite steht“, schreiben sie. Der Fall ist inzwischen bei der Polizei gelandet.