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VW: Schwere Vorwürfe gegen Volkswagen-Tochter! Jetzt schaltet sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein

VW: Schwere Vorwürfe gegen Volkswagen-Tochter! Jetzt schaltet sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein

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Korruptionsverdacht bei VW-Tochter: Scania soll in Indien unsaubere Deals gemacht haben, um an lukrative Aufträge zu kommen... (Symbolbild) Foto: IMAGO / Jan Hübner

Södertälje/Braunschweig. 

Diese Vorwürfe haben es in sich: VW-Tochter Scania steht in Indien am Pranger.

Die schwedische VW-Tochter soll in Indien in diverse Korruptionsskandale verwickelt gewesen sein und Fahrzeugdokumente gefälscht haben.

VW-Tochter Scania: Ein Luxusbus für den Minister

Intern seien längst nicht alle Fälle aufgeklärt worden, heißt es nach den Recherchen des ZDF-Magazins „Frontal 21“ und des schwedischen Senders SVT. Bei anderen Fällen sei dies ausdrücklich nicht erwünscht gewesen.

Demnach reicht die mehrjährige Bestechung bis in die höchsten politischen Kreise. Scania soll dem indischen Verkehrsminister Nitin Gadkari einen eigens angefertigten Luxusbus geliefert haben. Kostenpunkt: 260.000 Euro.

Offiziell wurde der Bus an einen Vertriebspartner von Scania geliefert – finanziert über einen Kredit von Volkswagen Financial Services. Die Ratenzahlung blieb aus, also beglich Scania die Rechnung, so die Recherchen.

Volkswagen Finance in Indien beteuere, nichts von dem Deal gewusst zu haben. Interne Ermittler widersprechen dem in einem dem ZDF vorliegenden Bericht. Der Bus sei „ein Geschenk mit dem Zweck, den Zuschlag für Geschäfte in Indien zu bekommen.“

Auch die daraufhin von der VW-Finanztochter gezogenen Konsequenzen sprechen dafür, dass der Konzern doch von dem Geschäft wusste: „Die involvierten Mitarbeiter sind nicht mehr im Unternehmen“, schreibt VW.

VW-Tochter Scania: Schmiergeld für Bus-Deals in Indien?

Das sind aber nicht die einzigen Vorwürfe: In dem Bericht ist auch von Schmiergeldzahlungen von Scania die Rede, die den Busverkauf in Indien ankurbeln sollten. Offenbar flogen diese Zahlungen aber auf – und die VW-Tochter zog sich aus dem indischen Busmarkt zurück.

Wie das ZDF und SVT weiter berichten, lieferte Scania in Indien 100 Kipplaster an die staatliche Minengesellschaft. Der bestellte Modelltyp sei nicht lieferbar gewesen. Dafür ein anderer. Daher soll Scania einfach die Typbezeichnungen der Lkw ausgetauscht haben.

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VW sieht hier aber kein Betrug, weil „schließlich kein Schaden entstanden“ sei, zitiert das ZDF die Wolfsburger. Generell wurden bisher auch weder die zuständigen Behörden noch die Öffentlichkeit über die Korruptionsfälle informiert. Dabei sind sie offenbar seit über zwei Jahren bekannt.

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Für die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International ist das ein Unding: VW folge der Logik, „nur das aufdecken zu lassen, was unvermeidbar ist“, hieß es gegenüber demZDF. „Das ist für ein Weltunternehmen heute zu wenig.“

VW-Tochter am Pranger: Vorermittlungen in Braunschweig

Unterdessen hat sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig eingeschaltet. Die Behörde hat Vorermittlungen eingeleitet.

„Da nach einer ersten Prüfung, in unserem Braunschweiger Zuständigkeitsbereich kein strafbares Verhalten ersichtlich ist, werden wir das Vorermittlungsverfahren sehr zeitnah an die Staatsanwaltschaft München abgeben“, teilte Staatsanwalt Christian Wolters auf news38.de-Nachfrage mit.

In München hat die VW-Holding Traton, zu der auch Scania gehört, ihren Unternehmenssitz. Das „Problem“ für die Ermittler: Es gibt in Deutschland kein Unternehmensstrafrecht – „das heißt, wir können nicht gegen ein Unternehmen als solches ermitteln, sondern nur gegen bestimmte Personen.“ >> HIER kannst du dir den „Frontal 21“-Beitrag ansehen! (red)