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VW: „Wir sitzen herum“ – SIE schieben gerade ordentlich Frust

Nachdem ein Software-Konzern pleite gegangen ist, hatte VW Chance sich richtige Experten zu schnappen. Doch die sind jetzt frustriert…

© IMAGO / photothek

VW - das sind die Standorte in Deutschland

VW ist einer der größten Autobauer der Welt. Wir stellen die Standorte in Deutschland vor.

Eine Nachricht hatte vielen Mitarbeitern des US-amerikanischen Konzerns „Argo Al“ Hoffnung gemacht: Nachdem das Unternehmen Ende Oktober sein Aus verkündet hatte, wollte VW viele Angestellte übernehmen.

Seitdem tut sich aber nichts. Unter ihnen sind viele Softwareexperten – unter anderem für Künstliche Intelligenz – die nur auf Arbeit warten. Doch offenbar braucht VW die Talente nicht in seinem Team.

„VW lässt uns in der Luft hängen“

Der Frust ist groß. Argo Al verkündete Ende Oktober sein Aus. Das Unternehmen mit Sitz in Pittsburgh (Pennsylvania) hatte sich auf den Bereich Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren spezialisiert. Kein Wunder also, dass VW und Ford die angestellten Softwareexperten übernehmen wollten. Während etliche Mitarbeiter schon fest in die Prozesse des Volkswagen-Konkurrenten eingearbeitet werden, drehen die aus Deutschland noch Däumchen.

Das „Handelsblatt“ berichtet, dass Argo in München mehr als 280 Mitarbeiter beschäftigte. Sie alle hätten von dem deutschen Autobauer ein großes Übernahmeangebot bekommen. Doch seitdem seien interne Meetings mit wenig Informationen verlaufen. „Wir sitzen herum“, beschwert sich ein Entwickler im Gespräch mit der Zeitung. „VW lässt uns in der Luft hängen.“ Keiner würde wissen, woran sie als Nächstes arbeiten sollen – und das führt nicht nur zu enormen Frust, sondern auch zu vielen Abgängen. Etliche Talente hätten sich schon neu beworben, sobald eine Zusage käme, würden sie dem Konzern den Rücken kehren. Auch die Aussicht, bei Cariad anzufangen, reize die wenigsten – die Softwaretochter gelte nämlich als zweitklassig.


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Lässt VW Talente gehen?

Wie das „Handelsblatt“ schreibt, wäre die Übernahme bei Ford unproblematischer verlaufen. Noch ein Grund mehr, warum die Experten in München Groll hegen. „Wer gute Angebote bekommt, geht“, ist sich ein Entwickler sicher. VW selbst hat gegenüber der Zeitung Stellung bezogen. „Volkswagen arbeitet mit Argo Al in den USA und Deutschland zusammen, um Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen“, sagte ein Konzern-Sprecher. Laut „Handelsblatt“ hätte man einen „geordneten Prozess“ angestoßen, man müsste aber noch auf eine „kartellrechtliche Genehmigung“ warten und sich danach bei den Mitarbeitern für „vielversprechendsten Projekten im Bereich des autonomen Fahrens“ einsetzen.