Braunschweig 

Braunschweig: Impfgegner „spazieren“ durch die Stadt – Angriff auf Polizisten

Am Montag hat es bundesweit wieder Demos gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. Auch in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter. (Archivbild)
Am Montag hat es bundesweit wieder Demos gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. Auch in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter. (Archivbild)
Foto: picture alliance/dpa | Fabian Sommer

Braunschweig/Wolfsburg/Salzgitter. Hunderte Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, „Querdenker“ und andere Kritiker der Corona-Maßnahmen sind am Montagabend wieder durch Braunschweig „spaziert“ – begleitet von einem großen Polizeiaufgebot.

Die laut Polizei rund 550 Teilnehmer der Demo in Braunschweig trugen größtenteils weder Masken noch achteten sie auf Mindestabstände.

Braunschweig: Teilnehmer greifen Polizisten an

Die Stimmung war teilweise angespannt, vor allem an der Spitze des Demozugs, wo sich auch wieder Rechtsextreme tummelten. Dennoch blieb es überwiegend friedlich.

Am Abend teilte die Polizei mit, dass es aus der Menge heraus zu Straftaten kam, die die Polizei konsequent verfolgt habe. Im Bereich Meinhardshof wurden Polizeibeamte körperlich angegriffen. Ein Polizist wurde in dieser Situation verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei hat zwei „Montagsspaziergänger“ festgenommen und will Ermittlungen einleiten. Ein Video der „Braunschweiger Zeitung“ zeigt eine Rangelei zwischen Teilnehmern und Polizisten. Die Polizei leitete Strafverfahren wegen Landfriedensbruch, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ein.

Soli-Demo auf dem Schlossplatz Braunschweig

Auf dem Schlossplatz gab es gleichzeitig eine kleinere Gegendemo der Gewerschaft Verdi. Bei der Kundgebung ging es um Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Der Polizei Braunschweig gelang es bis zum Abend, beide Seiten voneinander zu trennen.

Polizei Wolfsburg ist sauer

Die „Spaziergänger“ in Wolfsburg wollten auf Bitten der Polizei keinen – eigentlich nötigen – Versammlungsleiter benennen. Denn aus der Ansammlung hatten sie spontan eine Versammlung gemacht. „Wir haben erneut auf Kommunikation gesetzt, leider wurden Gespräche überwiegend abgelehnt“, so die Einsatzleitung.

-------------------------

Mehr Themen:

-------------------------

Dennoch ließ die Polizei die in der Spitze bis zu rund 850 Demonstranten gewähren, um das hohe Gut der Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu gewährleisten. Wegen der vorweihnachtlich gut gefüllten Fußgängerzone durften die Teilnehmer aber nicht hierher laufen, stattdessen gingen sie vor allem entlang des Cityrings auf Corona-Tour.

Kurz vor dem ZOB staute sich dann alles und bei den Bussen ging teilweise nichts mehr. Auch hier kam es zu einem tätlichen Angriff gegen einen Polizeibeamten.

Demo und Gegendemo in Salzgitter

Auch in Salzgitter gab es wieder einen „Montagsspaziergang“. Laut Polizei marschierten dabei bis zu 200 Leute mit. Das Motto: „Recht auf Selbstbestimmung“.

„Die Partei“ Salzgitter trommelte parallel zur Gegendemo vor dem Rathaus – „Keine Schwurbler in Salzgitter“ lautete hier das Credo zunächst. Nach einem Kooperationsgespräch mit der Polizei hieß es dann nur noch „Solidarisch durch die Krise“. „Was wir heute wieder einmal gesehen haben, ist ein Schlag ins Gesicht jeder Pflegekraft, die täglich dafür sorgen, dass sich die Opferzahlen nicht weiter erhöhen“, schreibt „Die Partei Salzgitter“ bei Facebook.

Die Polizei Salzgitter spricht von einem ruhigen Verlauf beider Aktionen. (ck)