Braunschweig 

Braunschweig: Kindersarg wird durch die Stadt getragen – die Botschaft dahinter ist bedrückend

"Seebrücke" fordert sicheren Hafen für Flüchtlinge

"Seebrücke" fordert sicheren Hafen für Flüchtlinge

Mit Demonstrationen in mehreren Städten hat ein bundesweites Bündnis am Sonntag eine Unterstützung der Seenot-Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer gefordert.

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Braunschweig. Gänsehaut-Aktion! Am Wochenende wird ein Kindersarg durch Braunschweig getragen.

Der kleine Sarg in Braunschweig ist ein Symbol – er steht für Tausende Tote.

Trauerzug mit Kindersarg durch Braunschweig

Die Aktivisten der „Seebrücke Braunschweig“ wollen mit einem Trauerzug auf die weiterhin teils katastrophale Lage auf dem Mittelmeer aufmerksam machen. Seit Jahren versuchen Menschen bei der Flucht aus ihrer Heimat übers Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Tausende von ihnen haben die gefährliche Reise nicht überlebt. Schätzungen zufolge ertranken seit 2014 rund 25.000 Menschen bei ihrem Fluchtverusch im Mittelmeer – zum Vergleich: So viele Zuschauer passen ins EIntracht-Stadion. Um den Toten zu gedenken, veranstaltet die Seebrücke am Samstag einen Trauerzug durch die Innenstadt.

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Das ist die Seebrücke

  • dezentral organisierte, internationale, zivilgesellschaftliche Gruppierung
  • hat sich 2018 formiert
  • richtet sich gegen die europäische Einwanderungspolitik und gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer
  • Aktivisten solidarisieren sich mit Flüchtenden und fordern sichere Fluchtwege
  • ist inzwischen in Dutzenden Städten aktiv
  • ihre Zeichen: orangefarbene Rettungswesten, Kleidung, Tücher, Ballons

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Die Kundgebung fängt um 13 Uhr vor dem Rathaus in Braunschweig auf dem Platz der Deutschen Einheit an. Danach wollen die Aktivisten schweigend durch die Fußgängerzone gehen – und dabei einen symbolischen Kindersarg und einen in ein weißes Laken gehüllten Körper mit sich tragen. Dabei sind alle Menschen eingeladen, zur Kundgebung zu kommen und im Trauerzug mitzulaufen – möglichst in schwarzer Kleidung.

Braunschweig gedenkt an Mittelmeer-Opfer

Während des Trauerzugs sollen die Namen und Daten einiger Opfer vorgelesen werden – so weit die vorhanden sind. Denn wie viele Menschen tatsächlich auf dem Mittelmeer sterben, ist weiterhin schwer nachvollziehbar. „Die meisten von ihnen sind anonym gestorben, so dass ihre Familien auf ewig in quälender Ungewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zurückbleiben“, so die Seebrücke.

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Die Demonstration findet im Rahmen der Kampagne #TatenStattWorte statt, mit der die Seebrücke Braunschweig unter anderem erreichen will, dass die Stadt Braunschweig die Patenschaft für ein privates Rettungsschiff im Mittelmeer übernimmt.

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Um 15 Uhr soll der Seebrücken-Trauerzug wieder auf dem Platz der Deutschen Einheit in Braunschweig enden. (mbe)