Gifhorn 

Kreis Gifhorn: Knochenarbeit! Deswegen ist das Löschen eines Moorbrandes so schwierig

Echter Knochenjob für die Feuerwehren im Kreis Gifhorn! Der Moorbrand stellte die Einsatzkräfte vor eine schwierige Aufgabe.
Echter Knochenjob für die Feuerwehren im Kreis Gifhorn! Der Moorbrand stellte die Einsatzkräfte vor eine schwierige Aufgabe.
Foto: Aktuell24

Neudorf-Platendorf. Auch wenn sich die Lage beim Moorbrand bei Neudorf-Platendorf (Kreis Gifhorn) langsam beruhigte: Am Freitagnachmittag konnte die Feuerwehr noch immer kein Feuer-Aus melden!

Hunderte Feuerwehrleute waren im Kreis Gifhorn im Einsatz. Warum gestaltete sich das Löschen so schwierig?

Kreis Gifhorn: Knochenjob für die Feuerwehrleute

Tatsächlich gehören brennende Moore wohl zum Anspruchsvollsten, was einem Feuerwehrmann in seiner Karriere begegnen kann. Das oft unwegsame Gelände verhindert in der Regel den Einsatz von schwerem Löschgerät. Die Feuerwehrleute müssen daher ihre Ausrüstung und das Löschwasser oft zu Fuß und per Hand zum Einsatzort bringen – ein echter Knochenjob.

Weil die Brandstelle daher schwer erreichbar ist, vergeht damit auch mehr Zeit, bis die Löscharbeiten beginnen können, hieß es dazu aus dem Innenministerium.

Moorbrand im Kreis Gifhorn: Brandherd liegt in der Regel tief

Der Schwelbrand breitet sich unterirdisch röhrenförmig aus und liegt in der Regel so tief, dass es nicht ausreichen würde, einfaches Wasser als Löschmittel über der Stelle auszuschütten. Wegen der Oberflächenspannung des Wassers würde es nicht tief genug in den Untergrund eindringen. Es muss ein mit Netzmittel versetztes Löschwasser sein, damit es möglichst tief eindringt – im Prinzip nutzt die Feuerwehr nichts anderes als Spülmittel, um die Oberflächenspannung des Wassers zu reduzieren.

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Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch gegraben werden, um die Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Dann wird der Brandherd quasi mit Gräben eingekesselt –analog zum Schlagen von Schneisen bei Waldbränden. Im Idealfall werden dann diese Gräben mit Wasser gefüllt, indem man etwa eine Verbindung zu einem nahen Gewässer schafft. Aber diese Strategie hängt sehr stark von den topographischen Voraussetzungen des Brandorts ab.

Am Freitagnachmittag sind noch etliche Feuerwehrleute im Kreis Gifhorn im Einsatz

Eine andere Besonderheit ist die Lokalisierung des unterirdischen Brandherds. Dazu wird heute die moderne Technik mit Wärmebildkameras und Drohnen benutzt. Als 2018 im Emsland ein Moor auf einem Bundeswehrgelände brannte, wurden auch Aufklärungstornados über die Fläche geschickt, um die genaue Ausbreitung des Brandes festzustellen.

Am Freitagnachmittag sind noch immer etliche Feuerwehrleute im Kreis Gifhorn im Einsatz. Wie es aktuell vor Ort aussieht, kannst du hier nachlesen>>> (dpa, bp)