Niedersachsen 

Niedersachsen: Verkauf von Böllern verboten – das denken die Leute wirklich: „Unangebrachter, kindischer Brauch“

Feuerwerk über der Innenstadt von Braunschweig, aufgenommen vom BraWo-Turm. (Archivbild)
Feuerwerk über der Innenstadt von Braunschweig, aufgenommen vom BraWo-Turm. (Archivbild)
Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Kein Feuerwerk an Silvester in Niedersachsen! Dieses Jahr ist alles irgendwie ein bisschen anders. Und das gilt auch für Silvester. Während im vergangenen Jahr noch in ganz Deutschland bunte Silvesterpartys gefeuert wurden und um 0 Uhr Feuerwerk den Himmel erleuchtete, bleibt es dieses Jahr wohl still.

Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Die Zahlen steigen noch immer rasant an. Deutschland geht wieder in den Lockdown. Bund und Länder greifen weiter durch, um endlich eine Kehrtwende bei der zweiten Corona-Welle zu erreichen. Dazu zählt auch ein Verkaufsverbot von Silvesterknallern. Doch wie denkt Niedersachsen wirklich darüber?

Niedersachsen: Jahreswechsel ohne Feuerwerk steht bevor

Es ist jedes Jahr ein Diskussionsthema: Silvesterfeuerwerk. Die einen lieben Pyrotechnik und das jährliche Feuerwerk. Andere wiederum halten nichts davon, weil es dreckig und laut ist, weil Tiere Angst vor dem Feuerwerk haben – die Gründe sind vielfältig. Doch in diesem Jahr wird es diese Diskussion nicht geben. Denn die Bundesregierung hat den Verkauf von Silvesterböllern verboten.

Außerdem gibt es an Silvester und Neujahr ein bundesweites An- und Versammlungsverbot. Auf publikumsträchtigen Plätzen herrscht Feuerwerksverbot, auch vom Zünden des Feuerwerks auf privatem Gelände wird abgeraten. Ebenso gelten noch die Kontaktbeschränkungen. Einen Überblick über alle Maßnahmen findest du hier >>>.

Pyro-Branche schlägt Alarm: „Droht die Insolvenz“

Für die Pyro-Branche ist das Verbot dramatisch. „Dem gesamten Wirtschaftszweig droht nun die Insolvenz“, mahnt der Feuerwerk-Hersteller Comet. Das Unternehmen selbst mache fast 100 Prozent des Jahresumsatzes mit dem Silvestergeschäft. In diesem Jahr fällt das flach. Die Forderung: „Die Branche braucht sofortige Hilfsgelder in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags, um dies zu verhindern.“

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Das sagen News38-Leser zum Verbot

Doch wie stehen die Niedersachsen zum Verkaufsverbot? Die Diskussionen sind vielfältig. Ein News38-Leser fordert Unterstützung für die Branche. „Na dann entschädigt die Firmen auch standesgemäß. Ware wurde produziert, ausgeliefert und so weiter. Auch an diesem Geschäft hängen Arbeitsplätze, scheinen viele zu vergessen. Ob das Böllern nun sinnvoll ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.“ Ähnlich sieht es auch ein anderer Leser: „An alle, die das Verkaufsverbot hart feiern: Auch dort arbeiten Menschen und verdienen ihr Geld. Diese werden sich dann nächstes Jahr beim Amt melden müssen.“

Andere wiederum verstehen das Verbot nicht. „Was hat das Knallen jetzt mit Corona zu tun? Ja gut, es könnten sich Gruppen bilden, ist richtig. Aber wir dürfen doch eh schon nichts, also lasst uns doch wenigstens Weihnachten und Silvester mit den Liebsten“, schreibt eine Leserin. Ein anderer Leser wundert sich: „So ein Blödsinn, wenn ich mit meiner Frau im Garten Raketen aufsteigen lasse, wo ist da das Problem? Und das mit den Tieren??? Hört mir auf mit dem Gefasel, sie haben es jedes Jahr überlebt.“

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Doch einige bewerten das Verbot auch positiv. Das schreiben einige News38-Leser zum Verkaufsverbot:

  • „Es ist zwar schade, dass 'ausschließlich' wegen Corona darüber nachgedacht wird und nicht schon alleine aus Umwelt-, Tierschutz- und Gesundheitsaspekten heraus, aber das Ergebnis zählt ja. Ich fände es nur zeitgemäß in vielerlei Hinsicht.“
  • „Dieser unangebrachte, kindische Brauch sollte schon allein wegen der vielen Verletzten und Toten, der Umweltbelastung, dem Tierschutz und den unnötigen Unkosten als nicht mehr zeitgemäß verboten werden.“
  • „Ich finde es jetzt nicht schlimm, dass es verboten wird. Ich habe als Kind mal einen Querschläger abbekommen. Seitdem habe ich kein gutes Gefühl, wenn in meiner Nähe geballert wird.“

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Zentrale Lichtershow als Feuerwerk-Ersatz?

Eine weitere News38-Leserin findet: „Da wäre eine schöne zentrale Lichtershow angebracht“. Dabei lenkt sogleich jemand ein und meint: „Natürlich, und dazu alle vorm Rathaus versammeln“. Doch die Leserin hält an ihrem Vorschlag fest: „Ich glaube nicht, dass du das musst, wenn es am Himmel ist. Wenn eine Lichtershow in Ibbenbüren in der Aura stattfand, habe ich den Strahl bis sonst wie weit gesehen. Ich denke, das ist zu machen. Versuch macht klug.“

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Doch in diesem Jahr wird es wohl auch solche Versuche nicht geben. Denn erst einmal heißt es: Die zweite Welle abflachen lassen. Und dazu scheint Verzicht notwendig. Alles andere könnte vielleicht im kommenden Jahr diskutiert werden... (mit dpa)