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Niedersachsen: Corona-Krise hat fatale Folgen für Kinder – Expertin schlägt Alarm

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Die Corona-Krise hat laut Experten fatale Auswirkungen auf die Gesundheit vieler Kinder. (Symbolbild) Foto: imago images/STPP

Die Corona-Krise betrifft uns alle. Und ihre Auswirkungen sind in vielen Lebensbereichen enorm. Doch wie geht es eigentlich den Kindern in der Pandemie? Und welche Auswirkungen haben die Corona-Maßnahmen?

Eine Expertin aus Niedersachsen schlägt jetzt Alarm. Denn die Corona-Pandemie habe massive Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder.

Niedersachsen: Corona-Auswirkungen bei Kindern dramatisch

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat nach Beobachtung von Ärzten im Corona-Jahr stark gelitten. „Wir sehen immense Auswirkungen der ganzen Situation“, sagte Tanja Brunnert, Sprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Niedersachsen.

Auch viele Kollegen berichteten davon, dass es deutlich mehr junge Patienten mit einer emotionalen Belastung gibt. Wie die Göttinger Kinderärztin sagte, werden bei den Früherkennungsuntersuchungen häufiger zu lange Bildschirmzeiten, Bewegungsmangel und Übergewicht erkannt. Betroffen seien besonders ohnehin sozial benachteiligte Kinder.

Eine Auswertung der Schuleingangsuntersuchungen in der Region Hannover ergibt ein ähnliches Bild.

  • So wurde seit Juni eine deutliche Zunahme des Anteils der übergewichtigen Mädchen und Jungen im Vergleich zu 2019 festgestellt.
  • Der Anteil der übergewichtigen Vorschüler stieg von 5,4 auf 7,8 Prozent, der Anteil derjenigen mit extremem Übergewicht von 4,1 auf 5,6 Prozent.
  • Auch sprachliche Fähigkeiten, Deutschkenntnisse und Feinmotorik der Fünf- bis Sechsjährigen hatten sich verschlechtert.

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Mehr Medienkonsum, weniger soziale Kontakte

Vor Corona verbrachten 4,7 Prozent der Vorschulkinder täglich länger als zwei Stunden vor dem Fernseher und mit anderen Medien, nach dem Lockdown waren es 7,1 Prozent. Einen Fernseher im Kinderzimmer hatten 12,5 Prozent (2019: 10,7 Prozent), heißt es in dem Bericht der Region Hannover. 80 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass ihre Kinder darunter litten, ihre Freunde nicht treffen zu können. Rund ein Viertel berichtete, dass ihr Nachwuchs häufiger traurig war und Ängste und Sorgen zeigte.

„Wir haben zum Beispiel Grundschüler, die wieder einnässen“, sagte Kinderärztin Brunnert. „Sie erzählen davon, wie schwer es auf dem Schulhof fällt, die Abstände einzuhalten, und dass es deshalb immer wieder Schimpfe gibt.“ Asthmatiker seien schlechter eingestellt, weil sie sich kaum bewegten. Brunnert appellierte an Eltern, mit ihren Kindern auch noch abends nach draußen auf den Spieplatz zu gehen. Aber auch viele Jugendliche hätten Ängste und Schlafstörungen.

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Coronabedingte Sprachdefizite bei Kindern?

Zahlen zu den Schuleingangsuntersuchungen für ganz Niedersachsen im Corona-Jahr gibt es bisher nicht. Sie waren mit Beginn der Pandemie landesweit ausgesetzt worden. In einigen Kommunen könnten die Amtsärzte die Untersuchungen der Vorschüler noch nicht wieder anbieten, weil sie im Kampf gegen das Infektionsgeschehen benötigt werden, heißt es aus dem Landesgesundheitsamt.

Nach Angaben des Kultusministeriums liegen für Niedersachsen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, dass es coronabedingt zu verstärkten Sprachdefiziten bei Schülern kommt.

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Es gebe zahlreiche Förderangebote, sagte ein Ministeriumssprecher. Sportunterricht finde auch in Corona-Zeiten statt, allerdings könnten die örtlichen Gesundheitsämter bei hohen Infektionszahlen ihn aussetzen. Lehrkräfte seien aufgefordert, auch unabhängig von Sportstunden Bewegung in den Schulalltag zu bringen – natürlich unter Einhaltung der Kontakt – und Hygieneregeln. (dpa)