Niedersachsen 

Niedersachsen pumpt Rekordsumme in öffentlichen Nahverkehr – auch die Region38 soll profitieren!

Niedersachsen nimmt ordentlich Geld in die Hand um den öffentlichen Nahverkehr auszubauen.
Niedersachsen nimmt ordentlich Geld in die Hand um den öffentlichen Nahverkehr auszubauen.
Foto: dpa

Hannover. Neue Stadtbahnen, Busse, Haltestellen und Park&Ride-Parkplätze: Mit der Rekordsumme von 157 Millionen Euro fördert Niedersachsen in diesem Jahr den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Auch in die Region38 soll Geld fließen!

Das Ziel sei, die Attraktivität von Bus und Bahn sowie die Fahrgastzahlen weiter zu steigern, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Freitag in Hannover. Dies sei auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Von der Summe profitieren viele Kommunen sowie Verkehrsbetriebe mit über 324 Vorhaben, die landesweit ein Volumen von 319 Millionen Euro haben. Nach Bewältigung der Corona-Epidemie solle der Nahverkehr gestärkt durchstarten, sagte der Minister.

Niedersachsen steckt Großteil des Geldes in Hannoveraner Stadtbahn

Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die Finanzspritze des Landes für Nahverkehrsinvestitionen 95,4 Millionen Euro betrug, beruht vor allem auf einer Großinvestition in die Stadtbahn in Hannover.

Die Anschaffung von 42 neuen Stadtbahnwagen fördert das Land nämlich mit 72,1 Millionen Euro - in neue Bahnsteige, Gleise und Info-Anzeigen fließen weitere 9,4 Millionen Euro. In die Stadtbahn in Braunschweig werden 2 Millionen Euro investiert.

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Auch in die Region38 wird investiert

Weitere größere Projekte sind der Ausbau

  • des Zentralen Omnibusbahnhofs in Friesoythe (1,1 Millionen Euro)
  • der Ausbau des Bahnhofsumfelds in Goslar (0,9 Millionen Euro)
  • der Ausbau von Omnibusbetriebshöfen mit Elektroladestellen in Salzgitter (0,6 Millionen Euro) und Helmstedt (0,5 Millionen Euro)
  • die Erweiterung der Park&Ride-Anlage am Bahnhof Hameln (0,5 Millionen Euro).

235 neue Busse sollen angeschafft werden

Alleine in diesem Jahr werden 1081 Bushaltestellen mit einer Landesförderung von 38,5 Millionen Euro modernisiert, dazu kommen 27 größere Bushaltestellen, Busbahnhöfe und Busbetriebshöfe.

Ein Zuschuss von 25 Millionen Euro fließt in die Anschaffung von 235 neuer Busse, dazu kommen Anträge für 77 weitere Busse, die in den nächsten Wochen noch in die Förderung aufgenommen werden sowie 33 abgasarme- oder freie Busse, für die es EU-Zuschüsse gibt.

Insgesamt 78 Busse, rund jeder fünfte neue Bus, verfüge damit über einen Elektro-, Gas- oder Hybridantrieb, erstmals würden auch bis zu 10 Wasserstoff-Brennstoffzellen-Busse in Nienburg, Stade und Oldenburg beschafft, sagte der Minister.

Land hinkt im Vergleich zur Stadt bei Elektro-Mobilität hinterher

Der Wunsch des Landes sei, dass der Busverkehr in noch viel stärkerem Umfang auf Elektrobusse umgestellt wird, betonte Althusmann. In den Großstädten seien diese bereits in größerem Umfang im Einsatz.

Bei Buslinien über größere Entfernungen auf dem Land sei die Reichweite der Batterien oft noch nicht ausreichend. Höhere Anschaffungskosten und längere Lieferfristen für E-Busse ließen die Verkehrsbetriebe bei der Anschaffung zusätzlich zögern.

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Auch Bahnpendler sollen profitieren

Unterdessen will Niedersachsen nach dem Willen des Verkehrsministers weitere Bahnstrecken für Pendler reaktivieren. Am aussichtsreichsten seien die Planungen für eine Verlängerung der 2019 wieder für den Personenzugverkehr eröffneten Strecke von Bad Bentheim nach Neuenhaus weiter ins niederländische Coevorden, sagte Althusmann.

„Da erwarten wir in Kürze eine positive Bewertung.“ Ein weiterer Kandidat sei die Strecke von Lüneburg nach Amelinghausen/Bispingen. Beide Strecken werden momentan von Güterzügen befahren.

Weitere Strecken sollen nach Willen von Althusmann reaktiviert werden

Um im größeren Umfang die Reaktivierung weiterer Strecken angehen zu können, pocht Althusmann gemeinsam mit den Verkehrsministern der anderen Länder auf eine Veränderung des vom Bund dazu vorgegebenen Bewertungsverfahrens.

Dieses sei nicht auf ländliche Räume ausgerichtet. Deshalb hätten nach einem vor einigen Jahren vom Ministerium angeschobenen Auswahl- und Bewertungsprozess auch nur zwei von 73 geprüften Verbindungen reaktiviert werden können. Neben der von Bad Bentheim ausgehenden Strecke war dies die kurze Verbindung nach Einbeck.

Erst wenn der Bund seine Rahmenbedingungen ändere, mache ein neues Bewertungsverfahren in Niedersachsen Sinn. (dpa)