Niedersachsen 

Niedersachsen sorgen sich um diese Tiere – und bringen sich für sie in Lebensgefahr

Enten bereiten Menschen in Niedersachsen derzeit Sorgen. Einige begeben sich für sie in Lebensgefahr – allerdings völlig grundlos. (Symbolbild)
Enten bereiten Menschen in Niedersachsen derzeit Sorgen. Einige begeben sich für sie in Lebensgefahr – allerdings völlig grundlos. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Steffen Schellhorn

Der Winter hat Niedersachsen derzeit vielerorts voll im Griff. Viele Teiche und Seen sind zugefroren, doch die Menschen sollten sie nicht betreten – Einbruchgefahr!

Doch wie das eigentlich bei den Teichbewohnern aus? Machen Frost und Eis ihnen zu schaffen, können Enten und Gänse gar auf dem Eis festfrieren? Jetzt verrät der Naturschutzbund Niedersachsen: Die Sorge ist unbegründet!

Niedersachsen: Menschen sorgen sich um diese Tiere

Zwar bekommen auch die gefiederten Zweibeiner kalte Füße auf dem Eis, doch das ist eine Art Lebensversicherung für die Tiere. Sie schützen Ente und Co. davor, auf dem Eis festzufrieren.

Das liegt an dem „Wundernetz“ an den Füßen der Tiere, der Retetibiotarsale. Was kompliziert klingt, ist eine genial einfache Technik. Sie funktioniert so: In Füßen und Beinen dienen fein verzweigte Adern dem Wärmeaustausch. Das fußwärts fließende Blut gibt Wärme an das körperwärts fließende Blut ab.

Das sorgt dafür, dass die Füße gut durchblutet sind. „Allerdings mit relativ kaltem Blut – weshalb kaum Wärme verloren geht und auch das Eis unter den Füßen nicht wegschmilzt“, weiß Philip Foth, Pressesprecher des NABU Niedersachsen.

Niedersachsen: Bedauern nicht nötig!

Damit wird verhindert, dass die Wasservögel einbrechen, und der Vogel spart dabei auch noch wertvolle Energie. „Wir brauchen die Entenvögel im Winter also keineswegs wegen ihrer kalten Füße zu bedauern“, sagt Foth.

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Eingreifen sollte der Mensch also nicht, wenn er eine Ente für festgefroren hält. Das sei zumeist nicht der Fall. Stattdessen würde er die Tiere aufscheuchen und das koste sie Energiereserven. „Diese benötigen sie, um gut über den Winter zu kommen. Spaziergänger sollten also sich und ihre Hunde zurückhalten.“

Niedersachsen: Rettungsaktion könnte gefährlich enden

Problematisch könnten die kalten Temperaturen und anhaltender Frost allerdings für kranke oder immobile Tiere werden. Diese seien dann auf menschliche Hilfe angewiesen, sollten sie tatsächlich einfrieren. Das geschehe laut Foth allerdings nur extrem selten.

Deren Rettung sei dann ein Fall für die Experten vom DLRG und sollte keinesfalls von einem Laien durchgeführt werden. Die Einbruchgefahr sei viel zu hoch. Die DLRG warnt daher ausdrücklich vor vermeintlichen Tierrettungsaktionen – aus der kann schnell eine Menschenrettungsaktion werden. (vh).