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Niedersachsen: Vorsicht, wenn du draußen bist – diese Tiere übertragen tödliche Krankheiten

Wegen der geringeren Corona-Gefahr finden viele Treffen nun draußen statt: Doch ein Virologe aus Niedersachsen warnt nun vor einer ganz anderen Gefahr. (Symbolbild)
Wegen der geringeren Corona-Gefahr finden viele Treffen nun draußen statt: Doch ein Virologe aus Niedersachsen warnt nun vor einer ganz anderen Gefahr. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / serienlicht

Wegen der Corona-Pandemie finden viele Treffen in Niedersachsen nicht mehr in den eigenen vier Wänden, sondern im Garten, im Park oder in anderen Naherholungsgebieten statt.

Aus epidemiologischer Sicht sinnvoll, schließlich sinkt die Infektionsgefahr dadurch enorm. Doch ein Virologe aus Niedersachsen warnt nun bereits vor der nächsten Gefahr.

Niedersachsen: Virologe warnt vor Gefahr

Vor allem Hunde-Besitzern ist sie wohl bekannt: kleine schwarze Zecken können zu echten Plagegeistern werden. Und das nicht nur bei Vier- sondern auch bei Zweibeinern. „Mit den aktuell steigenden Temperaturen und einer feuchten Wetterlage nimmt auch die Zeckenaktivität zu“, warnt Masyar Monazahian, Virologe am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA).

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Die kleinen Spinnentiere können in Risikogebieten auch für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt in Risikogebieten eine Impfung gegen FSME.

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Risikogebiete gibt es dabei in fast ganz Deutschland – auch in Niedersachsen. 2019 wurde beispielsweise der Landkreis Emsland als FSME-Risikogebiet ausgewiesen, doch auch außerhalb dieser Region kam es zu einzelnen FSME-Meldefällen, wie es auf der Webseite des NLGA heißt. Das Infoportal „Zecken.de“ meldet unter anderem im Stadtkreis Wolfsburg, in der Region Hannover sowie in den Landkreisen Hildesheim, Helmstedt und Hildesheim Einzelerkankungen.

Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 704 FSME-Meldefälle – die größte Zahl seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes. Ursachen hierfür können laut NLGA der Klimawandel sowie das veränderte Freizeitverhalten sein. Wegen der Pandemie hätten sich zudem mehr Menschen in Deutschland draußen aufgehalten und Ausflüge in die Natur gemacht.

Hier solltest du vorsichtig sein

Zecken halten sich besonders gern in Sträuchern, dicht stehenden Gräsern sowie im Unterholz auf. Über ihre Speicheldrüsen übertragen die Zecken beim Stich auf den Menschen. Du solltest also in beim Gang durchs hohe Gras, wenn möglich, festes Schuhwerk und körperbedeckende Kleidung tragen. Auch Schutzssprays können vorbeugend wirken.

Wer an sich selbst eine Zecke entdeckt sollte nicht lange warten und sie schnell entfernen. Hierbei gilt: Je schneller desto besser. Denn umso geringer ist die Infektionsgefahr. Am besten eignet sich dafür eine Pinzette oder eine Zeckenkarte.

So erkennst du eine FSME oder Borreliose-Erkrankung

Bei einer FSME treten ein bis zwei Wochen, manchmal auch erst nach vier Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden auf. Nachdem diese Symptome für einige Tage abklingen, kann es laut Landesgesundheitsamt bei schätzungsweise zehn Prozent der Betroffenen zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks kommen. Diese äußern sich durch Fieber, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Mit zunehmendem Alter steige das Risiko schwerer FSME-Verläufe.

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Die Erkrankung lässt sich nur symptomatisch behandeln, Medikamente gegen die krankheitsauslösenden FSME-Viren gibt es nicht.

Eine Borreliose können Erkrankte meist an einer Rötung rund um den Zeckenstich erkennen, die sich noch Wochen später bilden kann. Meist verläuft die Krankheit wie ein grippaler Infekt, allerdings ist bei einem Teil der Patienten auch das Nervensystem betroffen. Die Krankheit ist nicht meldepflichtig, es wird aber davon ausgegangen, dass Borrelien in bis zu 30 Prozent der Zecken vorkommen. Es gibt im Gegensatz zu FSME keine Impfung gegen Borreliose, sie ist aber behandelbar. (dav/dpa)