Niedersachsen 

Hildesheim: Nach Missbrauchsvorwürfen im Bistum – Studie enthüllt „eklatante Missstände“

Ein Expertenteam hat eine Studie zu den Missbrauchsvorwürfen im Bistum Hildesheim vorgestellt – und die enthüllt „eklatante Missstände“. (Symbolbild)
Ein Expertenteam hat eine Studie zu den Missbrauchsvorwürfen im Bistum Hildesheim vorgestellt – und die enthüllt „eklatante Missstände“. (Symbolbild)
Foto: imago images/Sven Simon

Hildesheim. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass ein katholischer Bischof nach seinem Tod unter Missbrauchsverdacht steht. Doch in Hildesheim ist genau das der Fall.

Zwei frühere Messdiener haben 2015 und 2018 angegeben, von dem Priester in dessen Amtszeit sexuell missbraucht worden zu sein. Ein Team unabhängiger Experten hat sich über einen längeren Zeitraum mit dem grausamen Verdacht beschäftigt. Am Dienstag wurde nun der Abschlussbericht vorgestellt – und der enthüllt brisante Details.

Hildesheim: Studie enthüllt „gravierende Missstände“

Die Experten haben die Jahre zwischen 1957 und 1982 genauer in den Blick genommen. In dieser Zeit soll der 1988 verstorbene Bischof Heinrich Maria Jannsen zwei frühere Messdiener sexuell missbraucht haben. Das Expertenteam unter der Leitung von der früheren niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat nun den abschließenden Bericht zu den Untersuchungen vorgelegt.

Die Studie umfasst nach Angaben des Bistums Hildesheim zwei Bände mit mehr als 400 Seiten. „Der Bericht benennt eklatante Missstände im Umgang mit sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch“. Die Kernkritik: Von kirchlicher Seite aus habe es „Zuwendung und Schutz für die Täter“ gegeben, während die Betroffenen „keinerlei Hilfsangebote erhielten und mit ihrem Leid allein gelassen worden sind“, heißt es auf der Internetseite des Bistums.

-------------------------------

Mehr aus Niedersachsen:

--------------------------------

Studie enthüllt: „Die Taten wurden verschwiegen und vertuscht“

So soll es keine Schutzmaßnahmen gegeben haben, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Im Gegenteil. „Die Taten wurden verschwiegen und vertuscht“, heißt es weiter. Und der Bericht wird noch konkreter. Es soll vor allem in Bezug auf den Bernwardshof Berichte über physische, psychische und sexualisierte Gewalt gegeben haben, die der damalige Bischof geduldet haben soll.

Mehr zu der Studie findest du auf der Internetseite des Bistums. Hier entlang >>>. (red)