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Niedersachsen: Heftige Zahlen! Hunderte Jungen und Mädchen in diesem Jahr spurlos verschwunden

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Schockierende Zahlen: In Niedersachsen wurden in diesem Jahr tausende Menschen als vermisst gemeldet – darunter hunderte Kinder. (Symbolbild) Foto: Daniel Karmann / dpa

Eigentlich sind Jahresrückblicke immer ein schöner Anlass, um in Erinnerungen zu schwelgen. Doch dieser Rückblick ist einfach schockieren. Immer wieder kommt es in Niedersachsen zu Vermisstenmeldungen. Viele davon enden glimpflich und der Mensch wird wieder gefunden. Andere dagegen enden in der Tragödie. Der Vermissten verschwinden dauerhaft und spurlos – manche darunter werden Opfer von Verbrechen.

Das Landeskriminalamt in Niedersachsen fasst diese in einer Dauerdatei mit dem unheimlichen Namen „Vermi/uTot“ ((Vermisste/unbekannte Tote) zusammen. Ende 2020 hatte die Datei knapp 1.300 Vermisste verzeichnet.

Niedersachsen: Fast 8.000 Menschen vermisst gemeldet

In diesem Jahr seien bis zum 13. Dezember 7.852 Menschen aus Niedersachsen vermisst gemeldet worden, sagte LKA-Sprecherin Antje Heilmann. In 7.169 Fällen habe die Fahndung zurückgenommen werden können, die Vermissten seien gefunden worden.

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Fahndungsfoto – wann werden Bilder veröffentlicht?

  • eine Öffentlichkeitsfahndung gilt oft als letztes Mittel bei Ermittlungen
  • zum Schutz der Persönlichkeitsrechte wird erst zu milderen Mitteln gegriffen, etwa der internen Auswertung von Überwachungsmaterial
  • Kommt die Polizei nicht weiter, kann sie die Staatsanwaltschaft um eine öffentliche Fahndung bitten
  • Staatsanwaltschaft prüft, ob alle Ermittlungsansätze ausgeschöpft sind und beantragt dann beim Amtsgericht eine Öffentlichkeitsfahndung
  • ein Richter gibt die Fahndung frei

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Seit Jahresbeginn sind den Angaben nach 286 Kinder und Jugendliche verschwunden und noch nicht wieder aufgetaucht – ziemlich genau zur Hälfte Jungen, zur Hälfte Mädchen. Die Gründe des Verschwindens seien höchst unterschiedlich, sagte Heilmann. Jugendliche setzten sich oft aus Abenteuerlust ab oder sie flüchteten aus Einrichtungen des betreuten Wohnens. Bei kleineren Kindern gehe es oft um Kindesentziehung durch ein Elternteil.

Happy-End im Vermisstenfall von Celle

Im April kurz nach Ostern wurde eine vermisste 16-jährige Schülerin aus Celle wohlbehalten gefunden, ihr Vater holte sie aus Paris ab. Zweieinhalb Wochen zuvor war sie spurlos aus ihrem Elternhaus verschwunden, hatte weder Geld noch Handy mitgenommen.

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Deshalb befürchteten die Ermittler, das Mädchen sei Opfer eines Verbrechens geworden. Sie baten mit einem dramatischen Video auf Facebook die Öffentlichkeit um Mithilfe. Darauf gingen viele Hinweise ein. Der entscheidende Tipp kam letztlich aber von einer professionellen Fahnderin. Das Video wurde von einer Beamten des Bundeskriminalamtes gesehen. Ihr fiel auf, wie ähnlich das Mädchen in dem Video einem anderen Mädchen war, das zur etwa gleichen Zeit in Frankreich gefunden wurde. (dpa)

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