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Niedersachsen: Zufall oder Kalkül? Nach Ukraine-Krieg sind Windräder von Störungen betroffen

Wladimir Putin: Das ist Russlands Machthaber

Aurich. 

Die Windräder in Niedersachsen sind nicht mehr steuerbar. Und das seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Kein Wunder also, dass viele Menschen in Niedersachsen einen Zusammenhang zwischen der Störung und dem Krieg vermuten. Doch was steckt dahinter?

Niedersachsen: 5.800 Windräder von Enercon seit Ukraine-Krieg betroffen

Grund für den Windräder-Stillstand ist eine Störung des Satelliten-Netzwerks KA-SAT. Dabei werden mehrere Tausende Energieanlagen in ganz Europa stark eingeschränkt. Auch in Niedersachsen ist die Versorgung unterbrochen. Allein um die 5.800 Anlagen vom Windenergieanlagen-Hersteller Enercon seien betroffen, sagte ein Firmensprecher am Montag in Aurich.

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Das ist Enercon:

  • Größter deutscher Hersteller von Windenergieanlagen
  • Gründung: 1984
  • Stammsitz in Aurich (Ostfriesland)
  • Mehr als 30.000 installierte Windenergieanlagen

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Die Windkrafträder laufen zwar noch und liefern auch Strom, sie sind aber für eine Überwachung und Steuerung aus der Ferne nicht mehr erreichbar.

Betroffen sind demnach Anlagen mit einer Gesamtleistung von elf Gigawatt. Ob auch Anlagen weiterer Anbieter betroffen sind, war am Montagnachmittag noch unklar. Ein Sprecher des britischen Unternehmens Vestas, der auf Twitter auch als betroffener Hersteller genannt wurde, konnte den Vorfall nicht bestätigen.

Störung in Niedersachsen seit Beginn der russischen Invasion

Weil die Anlagen zur kritischen Infrastruktur zählen, meldete Enercon den Vorfall an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ein BSI-Sprecher bestätigte: „Wir sind informiert, stehen im Austausch mit der Bundesnetzagentur und versuchen das zu bewerten.“

+++ Ukraine-Krieg: So ist die aktuelle Lage +++

Die genaue Ursache der Satellitenstörung, die am vergangenen Donnerstag auftrat, ist noch nicht bekannt. Die Kommunikationsdienste fielen aber nahezu zeitgleich mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine aus. Betroffen sind europaweit rund 30.000 Satellitenterminals, die von unterschiedlichen Branchen genutzt werden.

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Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine und vermehrter Cyberangriffe auf ukrainische Ziele warnten deutsche Sicherheitsbehörden vor Cyberangriffen auch auf deutsche Behörden und Unternehmen. Das BSI sprach am Freitag von einer „erhöhten Bedrohungslage für Deutschland“. Doch eine direkte Verbindung für die Störungen an den Windrädern in Niedersachsen kann derzeit nicht bestätigt werden. (dpa/red.)