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Flughafen Hannover hat große Pläne – ausgerechnet DAS soll neben die Startbahn kommen

Solarfeld an der Startbahn: Der Flughafen Hannover will mit einem ambitionierten Ökostromprojekt durchstarten.Auch die Luftverkehrsbranche als Ganzes will sich ein grüneres Image verpassen. Weil die Flugzeuge aber massenhaft CO2 rausballern, ergeben sich da einige Fragezeichen. Immerhin: Am Boden lässt sich aber schon einiges machen. Schafft es der Flughafen Hannover, eigenen Strom zu produzieren?Flughafen Hannover will […]

© IMAGO / Alexander Ludger

Das sind die größten Flughäfen der Welt

Wir stellen die größten Flughäfen der Welt vor.

Solarfeld an der Startbahn: Der Flughafen Hannover will mit einem ambitionierten Ökostromprojekt durchstarten.

Auch die Luftverkehrsbranche als Ganzes will sich ein grüneres Image verpassen. Weil die Flugzeuge aber massenhaft CO2 rausballern, ergeben sich da einige Fragezeichen.

Immerhin: Am Boden lässt sich aber schon einiges machen. Schafft es der Flughafen Hannover, eigenen Strom zu produzieren?

Flughafen Hannover will grüner werden

Der Flughafen Hannover-Langenhagen will seine Klimaschutz-Anstrengungen in den nächsten Jahren deutlich ausbauen und setzt dabei auch auf große Solaranlagen auf dem Gelände. „Wir haben ein neues Konzept entwickelt, mit dem wir bis 2030 drei Viertel an CO2-Einsparung erreichen wollen, um dann bis 2045 bilanziell klimaneutral zu sein“, sagte der neue Co-Geschäftsführer Maik Blötz der Deutschen Presse-Agentur. „Dazu gehört, dass wir stärker Wärmepumpen für die Versorgung unserer 190 Gebäude nutzen, dass wir die Photovoltaik ausbauen und dass wir eine Elektrolyse-Anlage zur Umsetzung von Solarenergie in Wasserstoff planen.“

Eine zentrale Rolle spiele derzeit das Solarprojekt, welches den Airport mit Ökostrom versorgen soll. „Auf den großen Flächen an der nördlichen Start- und Landebahn bietet sich Photovoltaik an“, erklärte Blötz, der die Flughafengesellschaft ab Januar zusammen mit Martin Roll leitet. „Wenn wir diesen Streifen nehmen könnten, hätten wir zusammen mit anderen eigenen Flächen genug Potenzial, um auf dem Flughafen-Campus sofort bilanziell klimaneutral zu sein.“

Flughafen Hannover setzt auf Photovoltaik

Dabei geht es um das Netto-Ergebnis aus CO2-Ausstoß und -Verminderung an verschiedenen Stellen des Gebäude- und des Airport-Betriebs. Der CO2-intensive Flugverkehr selbst ist nicht eingerechnet. Andere Flughäfen haben ähnliche Klimaschutz-Programme am Boden aufgelegt.

Nach Angaben von Blötz ist das Photovoltaik-Vorhaben auf dem Nordareal erst einmal als Praxisversuch gedacht: „Auf 1.000 Quadratmetern werden wir hier zunächst eine Teststellung mit Solaranlagen errichten. Landschaftsarchitekten werden das begleiten und schauen, wie sich Fauna und Flora unter diesen Anlagen entwickeln.“ Der komplette Streifen werde am Ende voraussichtlich nicht infrage kommen, weil in der Nähe auch geschützte Pflanzen wachsen. „Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir Mitte der 2020er Jahre mit einer großen Photovoltaikanlage planen können.“

Der neue Co-Geschäftsführer des Flughafens in Hannover: Maik Blötz.
Der neue Co-Geschäftsführer des Flughafens in Hannover: Maik Blötz. Foto: picture alliance/dpa | Michael Matthey

Die Flughafengesellschaft sei mit den Behörden in der Abstimmung zur Genehmigung des Pilotprojekts. „Die erste Testanlage soll im Sommer 2023 errichtet werden, die Ausschreibungen kommen im ersten Quartal“, kündigte Blötz an. „Wir erhoffen uns für das Gesamtprojekt dann eine Fläche von 50.000 bis 75.000 Quadratmetern. Das hängt vom Ausgang des Pilotvorhabens ab. Und es gibt andere mögliche Flächen am Flughafen.“

Der Airport konnte dem Manager zufolge seine Energie- und Klimabilanz seit Ende der 1990er Jahre bereits verbessern. „1999 hatten wir ein CO2-Energie-Äquivalent von 45.000 Tonnen. Das ist gering im Vergleich zu dem, was die Airlines ausstoßen – aber als Wirtschaftsstandort in Niedersachsen nicht wenig“, sagte Blötz. „Heute sind wir bei etwa 20.000 Tonnen Emissionen pro Jahr. Wir haben also schon viel erreicht.“


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Über Stromsparen werde man aber nicht weiterkommen. „Wir müssen jetzt unsere Wärme- und Kälteversorgung in den Blick nehmen. So stellt sich zum Beispiel die Frage, wie wir unsere Blockheizkraftwerke, die mit Gas laufen und die Terminals versorgen, ablösen können.“ (dpa/red)