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Niedersachsen: Schwimmbäder wollen an pikanter Regel festhalten – „gleiches Recht für alle“

Niedersachsen

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Es galt als Pilotprojekt in Niedersachsen – und endete mit vollem Erfolg.

Deshalb möchten die Schwimmbäder in Göttingen an ihrer besonderen Baderegel festhalten, von der sich andere Städte in Niedersachsen einiges abgucken könnten.

Niedersachsen: DIESE pikante Regel wird fortgesetzt

Schon beim Start der Testphase hat die neue Oben-ohne-Badeordnung in Göttingens städtischen Bäder viel Zuspruch bekommen. Am Mittwoch läuft sie aus – mit einem positivem Fazit.

„Festzuhalten ist, dass die Regelung von allen Seiten gut angenommen wurde“, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), Andreas Gruber, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).


Das ist Niedersachsen:

  • ist mit einer Fläche von 47.600 Quadratkilometern das zweitgrößte Bundesland nach Bayern
  • hat 7.993.608 Einwohner (Stand: Dezember 2019), Landeshauptstadt ist Hannover
  • wurde im November 1946 gegründet
  • Sehenswürdigkeiten unter anderen: Heide Park, Lüneburger Heide, Autostadt, Nationalpark Harz
  • Ministerpräsident ist Stephan Weil (SPD)

Gleichwohl seien die Reaktionen der Badegäste insgesamt „eher zurückhaltend“ gewesen. Die Regel werde zunächst fortgeführt. Über das weitere Vorgehen entscheidet nach Auskunft des Stadtrats am 15. September der Sportausschuss der Stadt.

Niedersachsen: „Aus Göttingen ist das Signal in die Welt gegangen“

Auf Beschluss des Rates dürfen Frauen seit dem 1. Mai am Wochenende ohne Brustbedeckung in den städtischen Schwimmbädern der niedersächsischen Universitätsstadt baden. In den drei betroffenen Freibädern sei die Option häufiger genutzt worden als im Hallenbad „Eiswiese“, erläuterte Gruber. Die Badmitarbeiter hätten „etwa vier bis fünf als Frauen gelesene Personen pro Bad und Tag“ gezählt.

Bikinioberteil liegt auf Badebecken
Oben-Ohne-Baden-Regel wird auch nach der Testphase noch in Göttingen (Niedersachsen) fortgesetzt. (Symbolbild) Foto: dpa | Annette Riedl

Eine positive Bilanz zogen auch die größten Ratsfraktionen von Grünen und SPD. „Die neue Regelung war ein voller Erfolg“, sagte Sportausschuss-Mitglied Onyeka Oshionwu (Grüne). „Aus Göttingen ist das Signal in die Welt gegangen, dass es kein Naturgesetz ist, dass Frauen und weiblich gelesenen Personen ihren Oberkörper zu bedecken haben.“ Da es um „das gleiche Recht für alle Menschen“ gehe, spräche sich die Grünen-Fraktion für eine Ausweitung der Oben-ohne-Regelung aus.

Neue Regel kam wegen traurigen Szene in Niedersachsen

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Tom Wedrins, zeigte sich mit dem Ergebnis der Testphase ebenfalls zufrieden. Er rechne mit einer Fortführung des Probebetriebs. Die CDU-Fraktion hingegen wollte sich auf epd-Anfrage noch nicht positionieren. Die Fraktionsmitglieder wollten vor einer Stellungnahme den offiziellen GoeSF-Bericht in der Sportausschuss-Sitzung in zwei Wochen abwarten, sagte Geschäftsführer Björn Pohlmann.


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Die Änderung der Badeordnung war auch das Ergebnis des politischen Drucks, den das Göttinger Bündnis „Gleiche Brust für alle“ aufgebaut hatte. Eine der Gründerinnen des Bündnisses hatte sich im August 2021 in der „Eiswiese“ geweigert, ihre Brust zu bedecken. Schwimmbad-Mitarbeiter riefen daraufhin die Polizei. Das Bad erteilte ihr später Hausverbot. (epd/red.)