Eintracht Braunschweig 

Eintracht Braunschweig: Vereins-Ikone „Bussi“ spricht wichtiges Thema an – und wird gefeiert

Eintracht-Vereinsikone Christian Skolik spricht ein wichtiges Thema an und wird gefeiert.
Eintracht-Vereinsikone Christian Skolik spricht ein wichtiges Thema an und wird gefeiert.
Foto: Imago Images

Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat es im Moment alles andere als leicht. Die Löwen sind stark abstiegsbedroht. Am Wochenende muss unbedingt beim Hamburger SV gewonnen werden, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Und selbst mit einem Sieg ist dieser keines Falls sicher. Osnabrück darf unter keinen Umständen bei Aue gewinnen. Sonst ist die Eintracht abgestiegen.

Für positives Aufsehen sorgte nun eine Vereinsikone von Eintracht Brauschweig.

Eintracht Braunschweig: Vereinsikone spricht DIESES wichtige Thema an und wird gefeiert

20 Jahre ist Christian Skolik bereits Zeugwart und Busfahrer von Eintracht Braunschweig. Seitdem hat er fünf Aufstiege und vier Abstiege miterlebt.

In einem persönlichen Video kritisierte er nun die zunehmende Enthemmung von Fußball-Fans im Internet und vor den Stadien. „Ich bin nur Schmutzwäsche-Wäscher und Stausucher“, sagte der in Braunschweig sehr beliebte Skolik in dem mehr als neun Minuten langen Beitrag auf seiner Facebook-Seite.

„Vier Mal bin ich abgestiegen. Immer war es traurig und schlimm. Aber was jetzt mittlerweile abgeht: Dieser geballte Hass, dieses Massen-Mobbing - wisst ihr überhaupt, was ihr mit diesen jungen Menschen macht?“

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Das Restprogramm der Kellerkinder:

  • Hamburger SV vs. Eintracht Braunschweig
  • Erzgebirge Aue vs. VfL Osnabrück
  • VfL Bochum vs. SV Sandhausen

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Skolik spielt damit in erster Linie auf die massiven Fan-Beleidigungen im Internet und vor dem Mannschaftshotel nach der Braunschweiger 1:2-Niederlage gegen die Würzburger Kickers an, nach der die Eintracht den Zweitliga-Abstieg kaum noch vermeiden kann.

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Der 61-Jährige sagte aber auch: „Das ist nicht nur bei uns so. Wenn ich mir angucke, was bei Schalke abgegangen ist. In Magdeburg, Kaiserslautern, Dresden. Dieses ganze dreckige Internet-Mobbing: Das ist nicht mehr zu ertragen.“ Man dürfe „als junger Spieler gar nicht mehr zu einem abstiegsgefährdeten Verein gehen, denn dann musst du ja am Ende einer Saison bereit sein, Gewalt zu ertragen.“

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Skolik selbst bezeichnet sich in dem Video als „Old School: Was haben wir die Spieler früher bepöbelt von der Tribüne“, sagte er. „Aber wir haben sie nie behandelt wie Dreck. Das sind junge Menschen mit Familien. Das macht man nicht. Das ist unanständig, was da an Beleidigungen, an Diffamierungen und dreckigsten Sprüchen abgeht.“

Der „Bussi“ genannte Busfahrer wird für diese ehrlichen Worte von den Fans gefeiert. Auch sein Arbeitgeber teilt diesen Beitrag auf Facebook.

  • Starke Worte, ich bin kein Braunschweiger, aber das was Sie sagen sind so wichtige Worte.
  • Du hast absolut recht.
  • Es wurde alles auf den Punkt gebracht. Es sind alles Menschen wie du und ich.
  • Bravo Bussi! Ein super Statement! Dem ist nichts hinzuzufügen! Schön, dass wir Dich haben
  • Bravo Bussi für diese ehrlichen Worte. Kritik muss möglich sein, darf aber nie unter die Gürtellinie gehen.
  • Dem ist nichts hinzuzufügen, RESPEKT

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