Eintracht Braunschweig 

Eintracht Braunschweig bestätigt, dass einige Spieler nach Würzburg-Spiel „über die Stränge geschlagen haben“

Eintracht Braunschweig bezieht Stellung zu den Party-Gerüchten aus dem Quarantäne-Hotel. (Archiv)
Eintracht Braunschweig bezieht Stellung zu den Party-Gerüchten aus dem Quarantäne-Hotel. (Archiv)
Foto: IMAGO / regios24

Wilde Party im Quarantäne-Hotel, literweise Alkohol, demolierte Möbel? Gegen diverse Spieler von Eintracht Braunschweig hat es schwere Vorwürfe gegeben. Vor dem HSV-Spiel sollen sie mächtig gefeiert haben.

Dann wurden Martin Kobylanski, Benjamin Kessel und Lasse Schlüter von Eintracht Braunschweig vor dem wichtigen Spiel gegen den HSV auch noch aus dem Kader gestrichen. Ein Zusammenhang mit der angeblichen Party im Quarantäne-Hotel? Jetzt melden sich die Löwen selbst zu Wort.

Eintracht Braunschweig: Heftige Party-Vorwürfe – was geschah wirklich?

„Die Enttäuschung und der Frust nach der Heimniederlage gegen die Würzburger Kickers war beim gesamten Team riesengroß“, sagt Eintracht-Geschäftsführer Peter Vollmann an Pfingstmontag.

Und weiter: „Es ist korrekt, dass große Teile der Mannschaft an jenem Sonntagabend unmittelbar nach der Niederlage noch länger im Hotel zusammengesessen und dabei auch Alkohol zu sich genommen haben. Das ist sicherlich für einen Profi nicht ideal, aber in so einem Moment auch menschlich nachvollziehbar.“ Das sei jedoch nach dem Kickers-Spiel geschehen und nicht unmittelbar vor dem HSV-Spiel.

Gegen Ende des Abends nach dem Spiel gegen Würzburg sei „ein harter Kern aus wenigen Spielern“ übrig geblieben, die „über die Stränge geschlagen haben“. Dies sei „nicht akzeptabel“, räumte der Geschäftsführer ein. Man habe bereits in einer teaminternen Sitzung über den Vorfall gesprochen. „Dass an jenem Abend wilde Exzesse und Partys gefeiert wurden, Hotelzimmer demoliert wurden, weisen wir entschieden zurück. Das entspricht nicht der Wahrheit.“

Eintracht Braunschweig: So sieht es das Quarantäne-Hotel

Das bestätige auch das Hotel, in dem die Mannschaft zu Gast war. „Sämtliche Anschuldigungen und Vorwürfe gegen Mannschaftsmitglieder dementieren wir hier mit voller Kraft“, heißt es in einer Stellungnahme des Steigenberger Hotels. Die Mannschaft habe sich zu jedem Zeitpunkt respektvoll und angemessen verhalten. Die Berichterstattung der letzten Tage habe man mit Verwunderung zur Kenntnis genommen.

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Nach dem Spiel gegen die Kickers habe sich die Mannschaft dann wie geplant auf das letzte Saisonspiel gegen den HSV vorbereitet, so Vollmann weiter. Dass einige Spieler nicht für den Kader berücksichtigt wurden, sei den Leistungen in der Trainingswoche geschuldet.

Die Nicht-Berücksichtigung von Spielern stehe in keinem Zusammenhang mit dem Abend nach dem Würzburg-Spiel. Es seien auch nicht alle Spieler an diesem Sonntagabend dabei gewesen.

Eintracht Braunschweig: Benny Kessel meldet sich zu Wort

Auch Benjamin Kessel meldete sich bei Facebook zu Wort. Er meint, dass die Party-Vorwürfe eine „unüberschaubare Eigendynamik“ entwickelt hätten. Nach dem Würzburg-Spiel sei die Belastung groß gewesen, niemand habe allein auf seinem Hotelzimmer sitzen wollen. So auch Benny Kessel: „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen.“

An dem Abend habe man das Spiel aufge- und verarbeitet. Es sei eine Möglichkeit gewesen, sich vor dem wichtigen Abstiegs-Endspiel gegen den HSV nochmal zusammenzuraufen. Ob einzelne an dem Abend über die Stränge geschlagen haben, könne er nicht sagen. „Aber selbst das fände ich nach so einem Tag einfach nur menschlich.“

Am Ende spricht Kessel über den Abstieg selbst und kämpft mit den Tränen. Nach einer Aufholjagd gegen den Abstieg und dem anschließenden Aufstieg hätte sich jetzt ein „drittes Wunder hintereinander“ gewünscht – den Klassenerhalt. „Dann wäre mein Dienst auch getan gewesen und ich hätte meine Karriere bei meinem Herzensverein beenden können.“ (vh)