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VW: Osterloh gibt Posten als Betriebsratsboss ab – „Endgültiger Schritt fällt natürlich nicht leicht“

Bernd Osterloh kehrt dem VW-Betriebsrat den Rücken! (Archivbild)
Bernd Osterloh kehrt dem VW-Betriebsrat den Rücken! (Archivbild)
Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Wolfsburg. Jetzt ist es offiziell!

Bernd Osterloh gibt seinen Posten als VW-Betriebsratsboss ab – und wechselt zur Lkw-Tochter Traton.

Bernd Osterloh kehrt VW-Betriebsrat den Rücken

Das ging schnell. Am Donnerstagabend war es noch ein Gerücht, am Freitagvormittag ist es Realität. Nach 16 Jahren kehrt Bernd Osterloh dem Betriebsrat den Rücken – und geht zur VW-Tochter Traton.

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Das ist Bernd Osterloh:

  • geboren am 12. September 1956 in Braunschweig
  • machte 1973 seinen Abschluss zum Industriekaufmann
  • startete 1977 bei Volkswagen Wolfsburg
  • war seit 2005 Betriebsrats-Boss von VW

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Dort wird Bernd Osterloh Personalvorstand. Die Stelle war laut VW seit einem Jahr unbesetzt. Die Änderung soll bereits zum 1. Mai erfolgen, hieß es am Freitag in Wolfsburg. Es habe ein entsprechendes Angebot gegeben, das der 64-Jährige nun „rechtzeitig“ vor der Vorbereitung der nächsten Wahlen für die Belegschaftsvertreter im obersten Kontrollgremium sowie im Betriebsrat des Autobauers annehmen wolle. Diese stehen beide 2022 an – daher werde jetzt ein „Generationswechsel“ eingeleitet.

„All die Jahre stand ich mit meiner Arbeit für einen klaren Kurs und unmissverständliche Ansagen“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ Bernd Osterloh aus einer Mitteilung des VW-Betriebsrats. „Und exakt so halte ich es jetzt auch mit mir selber zum Ende meiner Amtszeit“.

Osterloh: „endgültiger Schritt fällt nicht leicht“

„Ich habe in den vergangenen Wochen intensiv nachgedacht, denn nach all den Jahren fällt mir dieser endgültige Schritt natürlich nicht leicht“, erklärt Osterloh.

Diess ließ am Freitag erklären, Osterloh habe „maßgeblich zum nachhaltigen Wandel von Volkswagen zur E-Mobilität und zum softwaregetriebenen Mobilitätskonzern beigetragen“. Pötsch – auch Chefkontrolleur bei Traton – äußerte sich ähnlich: „Er hat wichtige strategische Schritte mit vorangetrieben.“ Osterloh deutete an, der Betriebsrat werde auch nach seinem Wechsel dem VW-Management kritisch auf die Finger schauen: Cavallo sei „führungsstark, empathisch und so strategisch denkend, dass sich viele noch wundern werden“.

Aufsichtsrat von Entscheidung „überzeugt“

„Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass Bernd Osterloh mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Volkswagen Konzern genau die richtige Besetzung ist, um die anstehenden Aufgaben der TRATON SE und ihrer Marken weiter voranzutreiben. Ihn zeichnen neben seinen enormen Kompetenzen im Personalbereich vor allem unternehmerischer Gestaltungswille und Durchsetzungsstärke aus“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG und der TRATON SE, Hans Dieter Pötsch, in einer Pressemeldung des Konzerns.

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SIE soll seine Nachfolgerin werden

Osterlohs Nachfolgerin soll die bisherige Vizechefin des Konzern- und Gesamtbetriebsrats, Daniela Cavallo (46), werden. Das gelte auch für die Aufsichtsratsfunktion: „Nötige Schritte für ihre Bestellung über das Registergericht sind bereits eingeleitet.“

Der einflussreiche IG-Metaller Osterloh leitet seit 2005 nicht nur die Mitarbeitervertretung, er ist ebenso Mitglied im innersten Machtzirkel der Volkswagen-Kontrolleure. Auch der wichtige Posten im Aufsichtsratspräsidium muss daher jetzt neu vergeben werden.(abr/dpa)