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VW-Hammer! Geheimes Gutachten soll Winterkorn-Anklage zerlegen

Martin Winterkorn muss sich ab September wegen des VW-Abgasskandals vor Gericht verantworten. (Archivbild)
Martin Winterkorn muss sich ab September wegen des VW-Abgasskandals vor Gericht verantworten. (Archivbild)
Foto: dpa

Wolfsburg/Braunschweig. Der Abgasskandal von VW lässt den Konzern noch immer nicht los. Jetzt soll eigentlich im September am Landgericht Braunschweig der Prozess gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn beginnen.

Auch andere ehemalige Führungskräfte sind unter anderem wegen bandenmäßigen Betrugs angeklagt. Allerdings gibt es jetzt neue Details, die VW und vor allem Martin Winterkorn helfen könnten.

VW: Neue Details könnten Winterkorn-Anklage sprengen

Die Anklage ist längst zugelassen, doch jetzt gibt es offenbar durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) neue Erkenntnisse. Diese könnten den Kern der Anklage gegen Martin Winterkorn erschüttern.

Beim KBA wurde ein Gutachten angefordert, inwiefern die Betrugssoftware tatsächliche Auswirkungen auf die Fahrzeugemissionen hatte.

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Wie „Business Insider“ berichtet, soll in dem Gutachten festgehalten worden sein, dass Volkswagen die 2015 geltenden Emissions-Grenzwerte auch ohne die Software eingehalten hätte.

Das KBA hält demnach dazu fest, dass aufgrund der komplexen Funktion „keine genaue Aussage“ getroffen werden könne, welchen Einfluss die „Akkustikfunktion“ auf die Änderung der Stickoxide-Emissionen gehabt hat.

Zwar gebe es eine „Tendenz“, dass ohne die Software der Abgas-Ausstoß auf dem Prüfstand höher gewesen wäre, dies „könnte“ zum Nachweis herangezogen werden. Wirklich festlegen wollten sich die Beamten in dem Gutachten aber nicht.

Staatsanwaltschaft stützt sich genau auf diese Funktion

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hingegen stützt ihre Anklage genau auf dieser „Akkustikfunktion“. Sie behauptet, dass VW ohne diese Funktion die gesetzlichen Anforderungen nicht hätte einhalten können.

VW hätte anscheinend mit entsprechenden Messungen die Vorwürfe schon längst aus dem Weg räumen können. Doch hatte sich der Konzern nach der geplatzten Diesel-Bombe dazu entschieden, alle Vorwürfe ohne Widerstand zu akzeptieren. So sollten weitere Risiken minimiert und ausgemerzt werden.

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Vollständiges Gutachten liegt noch nicht vor

Noch fehlt dem Bericht zufolge das vollständige Gutachten, bisher seien nur Teile davon zum Landgericht in Braunschweig geschickt worden.

Doch sollte das komplette Gutachten deutlicher aufzeigen, dass die Werte auch ohne die Software eingehalten worden wären, dann muss die Staatsanwaltschaft Braunschweig vermutlich nochmal in sich gehen –und überlegen, inwiefern Ex-VW-Chef Winterkorn und Co. tatsächlich für den Schaden verantwortlich sein können. (fb)